PAS – oder wie sich das gegenwärtige Bild von Müttern bildet

PAS ist der Fallstrick für Mutter und Kind in den Familiengerichten. Längst kontrovers diskutiert, aber in vielen Regionen noch immer als Allheilmittel angewendet. Unsagbar schrecklich für Mutter und Kind….

Gute Zusammenfassungen finden sich im Netz, zum Beispiel hier:

http://www.familien-u-erbrecht.de/pas-im-kindschaftsrecht/

 

 

Babys werden von der Mutter getrennt

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Beim Thema Umgang wird auch bei Neugeborenen &  Babys & Kleinkindern nicht halt gemacht. Selbst wenn man mit dem Kindsvater nicht verheiratet war und sich in der Schwangerschaft trennte, kann es sein, dass Umgang schon für Neugeborene gewährt wird. Dabei wird oft die Devise vertreten, dass für kleine Babys häufiger Umgang (und kürzer) stattfinden muss, denn sie können sich ja nicht lange erinneren… Es gibt Fälle, in denen neugeborene Stillbabies 3-mal die Woche für 1,5 Stunden in Elternberatungsstellen getragen werden müssen. Mütter dürfen dabei nicht immer selbst anwesend sein – manches Mal gibt es die Forderung die Mutter soll zum „Stillnoteinsatz“ im Nebenraum warten. Eingewöhnungen werden allzu oft nicht zugestanden. So kann es sein, dass das Baby/Kleinstkind für die Zeit des Umgang verstört weint und schreit, der Umgang aber trotzdem durchgesetzt wird. Es gibt nach unserem Wissen Fälle, in denen die Kinder apathisch und durchgeschwitzt vom Schreien an die Kindsmütter zurück übergeben wurden.

Versucht die Mutter ihr Kind zu schützen, so wird dies „Umgangsverweigerung“ genannt und man kann leicht in die Gefahr kommen, sein Kind zu verlieren.

Die Mutter-Kind-Bindung wird dadurch eklatant gestört, was gut bei Prof. Brisch nachzulesen ist:

„Entstehung und Folgen von Bindungsstörungen
Häufige, wiederholte, nicht vorhersehbare oder willkürliche Trennungs- und
Verlusttraumata in der frühen Kindheit können zu Bindungsstörungen führen,
denn durch das Trauma wird in der Regel die sichere emotionale Basis für das
Kind zerstört oder erst gar nicht aufgebaut, sodass die emotionale Sicherheit und
das Gefühl eines Urvertrauens verloren gehen.
Die Folgen von Bindungsstörungen bedeuten eine schwerwiegende Gefährdung
des Kindeswohls, denn sie sind gekennzeichnet durch mangelnde Beziehungsfähigkeit,
weniger prosoziales Verhalten im Konflikt, geringe Stresstoleranz bei
Belastungen, ein Risiko für die Entwicklung von psychosomatischen Störungen
und ein Risiko für dissoziative Erkrankungen.“

Diesen wissenschaftlichen Erkenntnisse werden nach unserer Wahrnehmung im Umgangsrecht nicht viel Beachtung geschenkt.

Non-verbale Kommunikation der Kindsmutter

Häufig wird gegen die Kindsmutter in und um die Familiengerichte der Vorwurf der non-verbalen Kommunikation eingesetzt. Dabei beruft man sich auf auf den Kommunikationswissenschaftler „Paul Watzlawick“. Der Grundgedanke ist „man kann nicht nicht kommunizieren“ – heißt es läuft immer eine Art von Kommunikation zwischen Menschen ab.

Nun wird dies der Kindsmutter allzu oft im negativen Sinne vorgeworfen. Will das Kind beispielsweise nicht zum Umgang, so liegt es an der non-verbalen Kommunikation der Kindsmutter. Im Prinzip kann jedes „Fehlverhalten“ des Kindes auf die non-verbale Kommunikation der Kindsmutter zurückgeführt werden und so negativ interpretiert werden.

Die Frage, die sich uns Müttern stellt ist: Wenn jeder ständig kommuniziert, warum wird der Kindsvater mit diesem Argument nicht belastet ? Der Kindsvater kommuniziert doch dann auch non-verbal…?

http://nonverbalekommunikation.org/paul-watzlawick/

Kommunikation serigraphie 1986

In Nomine Patri…

In Nomine Patris –
Die Interessen und Praxen der Vaterrechtsbewegung
Anita Heiliger
In: Anita Heiliger/Eva-K. Hack (Hg.): Vater um jeden Preis? Beiträge zur Kritik am Sorge- und Umgangsrecht, München 2008

Vor allem dominiert in den
Pamphleten der Väterbewegung das Bild der geldgeilen Mutter, die den armen Exmann aus-
beute und abzocke (vgl. Jäckel 1997), der sich dadurch zurecht wehre und mit allen Mitteln
versuche, Geldleistungen zu vermeiden. Die hohe Zahl der Unterhaltsverweigerer gilt als
verständlich und legitim – auch wenn die Frau ihrerseits den Umgang gar nicht verweigert.
Entsprechende Informationen von Müttern an Gerichte bleiben folgenlos, wie berichtet wird.
Konflikte in der Beziehung sind überhaupt kein Thema, familiale Gewalt von Männern gegen
Frauen wird hier nur erwähnt als angebliche Strategie, um den Kontakt zum Kind eigensüch-
tig völlig und grundlos zu unterbinden.

Seit Einführung des aktuellen Kindschaftsrechts 1998 erleben immer mehr Mütter in gerichtlichen Sorgerechtsverfahren, dass ihre Rechte und die ihrer Kinder nicht gewahrt sind. Viele Mütter berichten von Nötigung und Willkür „im Namen des Kindeswohls“. Ohnmächtig stehen sie den Verfahrensbeteiligten gegenüber: Sie können ihre Kinder und sich nicht mehr schützen.

Die Belastung der Kinder und Mütter in solchen Verfahren ist enorm. Immer häufiger wird einer Mutter die elterliche Sorge eingeschränkt, das Wechselmodell angeordnet oder sogar die Kinder entzogen, aus Gründen, die wir offensichtlich völlig unangemessen sind. Stigmatisierung und psychische Destabilisierung von Mutter und Kindern sind die Folge. Damit einhergehende finanzielle Einschränkungen verschlimmern die Situation erheblich.

Das Prinzip „aktive Vaterschaft um jeden Preis“ sollte kritisch hinterfragt werden. Der Begriff „Kindeswohl“ wird nach unserer Wahrnehmung derzeit allzu oft missbraucht, um gerichtliche Entscheidungen zu rechtfertigen, die offensichtlich weder dem Wohl des Kindes, geschweige denn der Mutter dienen und einer breiten Öffentlichkeit auch nicht zu vermitteln sind.

Mütter wehrt euch gegen Unangemessenheit und Willkür im Familiengericht und dem angeschlossenen Helfer-System !