Hanne K. Götze: Kinder brauchen Mütter

Literaturempfehlung

gefunden hier:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/hanne-k-goetze/kinder-brauchen-muetter-von-einem-buch-das-nicht-erscheinen-sollte.html

Kinder brauchen Mütter: Von einem Buch, das nicht erscheinen sollte

Hanne K. Götze

Galt es noch vor historisch kurzer Zeit als selbstverständlich, dass ein Kind seine Mutter brauchte, so ist jetzt die Vereinbarung von Familie und Beruf in aller Munde. Der Staat tut alles dafür, dass künftig auch Frauen möglichst lückenlos und voll erwerbstätig sein können. Bücher über diese fragwürdigen Entwicklungen gibt es nicht allzu viele auf dem Markt. Denn sie sind politisch unkorrekt und stören die Staatspläne nach einer Rund-um-die-Uhr-Fremdbetreuung schon ab den ersten Lebenswochen eines Menschen. Die Autoren solcher Warnrufe werden nicht selten medial gejagt und gesellschaftlich diskriminiert. Dieses Schicksal drohte offenbar auch mir.

In dem Spannungsfeld der Grundbedürfnisse kleiner Kinder einerseits und dem heutigen Lebens- und Rollenverständnis des Frauseins andererseits bewegt sich mein Buch Kinder brauchen Mütter. Es erschien im Frühjahr dieses Jahres im österreichischen Ares Verlag, Graz. Ursprünglich sollte es jedoch schon im Herbst 2010 in einem großen deutschen Verlag herauskommen. Doch aufgrund des Umstands, dass meine Grundhaltung nicht dem politisch-ideologischen Mainstream entspricht – so der wörtliche Einspruch der Außenvertreter des Verlages – wurde mir der bereits unterschriebene Vertrag von der Verlagsleitung wieder gekündigt. Ich fühlte mich sofort in DDR-Zeiten zurückversetzt, allerdings mit einem Unterschied: In der DDR wurde die Pressezensur im Gegensatz zu dieser hier damals »von oben« diktiert.

Mein Buch  beruht auf dem Erfahrungspotenzial des Ostens, denn dort bin ich aufgewachsen und dort lebe ich bis heute. Ich beginne meine Ausführungen mit meinen eigenen schmerzlichen Erlebnissen als Krippenkind in der DDR.

Der Krippeneintritt war für mich wie die Vertreibung aus dem Paradies. Ich weiß, wie es ist, wenn die Mama geht – wie es scheint, für immer. Die von Wissenschaftlern inzwischen hinlänglich beschriebene Trennungsangst der Kinder, die sie durch das Weggehen und -bleiben der Mutter oder ggf. auch anderer Bindungspersonen erleiden, ist eine furchtbare, existenzielle Angst. Ich kam mir vor, als hinge ich über einem Abgrund und würde jeden Augenblick losgelassen. Ich weiß deshalb, was Todesangst heißt. Auch solche Schilderungen mag heute kaum jemand hören. Vielleicht ist der eigene Schmerz zu groß?

Es war mein Glück, dass meine Eltern trotz der Unannehmlichkeiten, die sie diesbezüglich im DDR-System zu erwarten und durchzustehen hatten, diesem Zustand schnell ein Ende bereiteten. Dass sie mich zu Hause behielten und mir im Weiteren eine glückliche, geborgene Kindheit schenkten, erfüllt mich immer wieder mit großer Dankbarkeit.

Diese Schlüsselerkenntnisse sowie meine Erfahrungen als vierfache Mutter und als Stillberaterin verbinde ich in meinem Buch mit den Fakten der Bindungs- und Hirnforschung. Es geht um die Fragen, was eine zu frühe Trennung eines Kindes von seiner Mutter für das Kind bedeutet und was diese Stressbelastung für unmittelbare Folgen und langfristige Risiken haben kann. Lern- und Verhaltensprobleme von Kindern und Jugendlichen, seelische Krankheiten, Beziehungsnot in der Partnerschaft sowie Schwierigkeiten von Eltern mit ihren kleinen und großen Kindern und die damit verbundene große persönliche Not sind im Osten Deutschlands nach zwei bis drei Krippengenerationen so verbreitet, dass ich immer wieder von Neuem betroffen bin.

Es gibt im Osten keine paradiesischen psychosozialen Verhältnisse, so wie sie die »Frühförderung in Krippen« angeblich bewirken soll. Die Depression wird zur Volkskrankheit, die psychiatrischen Kliniken sind voll. Wir haben z. B. dreimal so viele Kinder wie im Westen, die mit ADHS in einer Klinik behandelt werden müssen. Mit Blick auf die oben beschriebenen Zusammenhänge zwischen Bindung und Gehirnentwicklung sehe ich die tiefsten Ursachen dafür in dem jeweilig erlittenen Liebesdefizit. Die seit 1991 laufende, von zehn amerikanischen Universitäten durchgeführte  NICHD-Studie kommt zu folgenden gleichlautenden Ergebnissen:

Je eher und je länger Kleinkinder in Kindereinrichtungen betreut wurden, »… desto aggressiver und ungehorsamer haben die Lehrer sie in der Grundschule bis hinauf in das 12. Lebensjahr bewertet.«[1] Dieser Effekt trat »nach jeder, auch nach hochqualitativer Gruppenbetreuung« ein, unabhängig vom Familienhintergrund.[2]

Bezüglich der Frage, ob und inwieweit sich eine frühe Stressbelastung auf die spätere Stressverarbeitung auswirkt, kam die NICHD-Studie zu folgendem Ergebnis: Sowohl frühkindliche emotionale Vernachlässigung als auch die Betreuung in Krippen, selbst bei hoher Qualität, ist mit dauerhaften Veränderungen der Kortisol-Tagesprofile und damit der Stressverarbeitung verbunden und somit als Risiko für die psychische Entwicklung einzustufen.[3]

Ein weiteres spektakuläres Untersuchungsergebnis ist: »Die negativen Effekte von emotionaler Vernachlässigung und Krippenbetreuung waren additiv wirksam, die Tagesbetreuung konnte also ungünstige Einflüsse des familiären Umfeldes nicht kompensieren oder abschwächen.«[4]

Damit fällt ein Hauptargument für die Vorteile der Krippenbetreuung weg, nämlich das der vermeintlichen Chancengleichheit für Kinder aus schwierigem Familienhintergrund. Aufgrund dieser Fakten sowie vor dem Erfahrungshintergrund des Ostens plädiere ich dafür, das Wohl der Kinder und der ganzen Familie in den Blick zu nehmen. Die folgenden familienpolitischen Akzente wären denkbar und notwendig:

  • Die Einführung eines Erziehungsgehaltes (in Höhe des Durchschnittslohnes), das echte Wahlfreiheit herstellte, wobei es in der Hand der Eltern läge, ob sie ihr Kind selbst betreuen oder ob sie sich mit diesem eine qualitativ hohe Betreuung »einkaufen« wollen (z. B. eine Tagesmutter)
  • Das Angebot von Elternschulen, um auf die Herausforderung des Elternseins vorzubereiten, sowie von Elternsupervision bzw., wenn nötig, das Angebot einer familientherapeutische Begleitung von Eltern
  • Eine wirkliche Erleichterung des beruflichen Wiedereinstiegs nach einer (ggf. auch längeren) Kinderphase usw.

Schritte in diese Richtung wären modern und dringend an der Zeit. Nur so werden wir die derzeitigen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen bestehen.

Die Frage bleibt nur: Werden wir uns dafür entscheiden? Werden wir uns in unserer Gesellschaft auf die Liebe besinnen?

Hanne K. Götze

Aus dem Buch „Einspruch“ von Norbert Blüm

Erpresstes Sorgerecht, Wechselmodell usw. von N. Blüm

„Erpresstes Sorgerecht
Im Familiengericht umfassen die Vergleichsmöglichkeiten auch so delikate Fragen wie das Kindeswohl. Das Kind wird zum Objekt des Vergleichs, der über sein weiteres Leben entscheidet. Zwar kann auch hier Streit durch Einigung geschlichtet werden. Doch wenn der Friede der Einigung das Ergebnis einer erpressten Zustimmung ist, sind die Folgen mit großen seelischen Verletzungen verbunden. »Keine (gesunde) Mutter wird einem Vergleich nicht zustimmen, wenn ihr im Vorfeld er- …•.•.;;.. ;. . „.“ klärt wird, dass sie zum Beispiel die elterliche Sorge verliert, wenn sie nicht: kooperiert.« (Mütterlobby, 31. Oktober 2013). Das Sorgerechts-
verfahren birgt große Gefahren für das Kind, wenn es aus allen Bindungen geworfen wird und zum Verlust eines Elternteils noch der Verlust der vertrauten Umgebung hinzukommt. Das Betreuungswechselmodell, nach dem die Kinder ihren Aufenthaltsort zwischen Mutter und Vater wechseln, gilt in letzter Zeit als Ausdruck konfliktlösender Modernität. Das »Paritätsmodell« wird ent- sprechend beworben und medial vermarktet. Es nimmt seine gestalterische Anregung offenbar aus dem System des Legobaukastens, aus dem die Klötzchen nach den Ideen des Bastlers gelöst, eingesetzt und umgebaut werden. Doch Kinder sind keine leblosen Klötzchen. Der familiengerichtliche Eifer übersieht, dass Kinder ihr Umfeld mit sich tra-gen, es ist nicht beliebig auswechselbar. Heimat gibt es nur im Singu- lar. Selbst die Nomaden wussten dies. Ihre Fortbewegungen waren keine Pendelbewegungen. Das Wechselmodell bietet den Vorteil, dass der unterhaltspflichtige Elternteil seine Kosten mindert, wenn der Kindesaufenthalt geteilt wird. In der Regel sind die Mütter die Benachteiligten. Sie behalten die Sorge – der Vater zahlt weniger Unterhalt.“

Mediative Sicht auf die Ur-Mütter der Erde

gefunden hier: http://www.gut-tun.de/

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«Botschaft der sieben weisen Ur-Mütter* der Erde»

«In einer Zeit vor deiner Zeit wurden wir aus der Schöpfung geboren, um der Erde und dem Himmel zu dienen.

Die Menschheit machte sich auf den Weg und die Seelen durften zum ersten Mal Mensch sein und Körperlichkeit erleben.

Körper, Geist, Seele – die Drei-Einheit wurde geboren um Neues zu erfahren auf dem Planeten Erde, der uns zur Verfügung gestellt wurde.

Wir ehren die Erde, die Natur, alle Geschöpfe und den Himmel für diese uneingeschränkte, selbstlose Liebe, mit der sie sich zur Verfügung stellten und die das Dasein hier ermöglicht haben.

Wir geben unsere angeborene mütterliche Weisheit von Generation zu Generation weiter. So auch an dich.

Werde nicht müde, deine Verbindung zu uns Ur-Müttern wie auch zu Mutter Erde und Vater Himmel dir im Bewusstsein zu halten und zu leben.

Deine Seele hütet die Weisheiten von uns Ur-Müttern. Sie beruhen auf dem Zusammenwirken von Sonne, Mond, Sternen, Planeten, allen Elementen – eben der ganzen göttlichen Schöpfung.

Vom Ursprung bis heute und allezeit wird diese Weisheit die Grundlage allen Seins bilden. »

*Es heißt, dass die Evolution und Völkerwanderung der Menschheit mit sieben Ur-Müttern in Afrika begann. Sie werden auch die sieben Töchter Evas genannt.

Nächte einer betroffenen Mutter

Nächte

Misshandlungen
sind nicht immer körperlich
Narben
kann man nicht immer sehn
Er hat mein Herz in die Hand genommen
und ich sagte ja, weil ich nicht sah wie er ist

Blaue Flecken vergehn
Der Schmerz verjährt
Doch die Enttäuschung und Angst
das Entsetzen, die Ohnmacht
das Misstrauen bleibt.
Ja, ich bin verbittert
Es hat mich alt gemacht.

„Geh doch“, hat er mir ins Gesicht gelacht
„Geh nur, geh, doch die Kinder bleiben hier!“

Keiner hat es gesehen
Niemand würde es glauben
Ich bin allein

Eine vom familienrechtlichen System betroffene Mutter

SZ: Elternstreit endet für die Mutter im Gefängnis

gefunden hier:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/prozess-um-sorgerecht-elternstreit-endet-im-gefaengnis-1.2161598

„Streitende Eltern und ein leidtragendes Kind: Eine Mutter hat ihren Sohn zu einem Sportfest begleitet – gegen den Willen ihres Ex-Mannes. Deshalb muss sie nun für einen Tag in Ordnungshaft.

Von Wolfgang Wittl, Deggendorf/München

Es kommt eher selten vor, dass Kinder an einem Samstag unbedingt zur Schule wollen. Der 5. Juli in einem niederbayerischen Dorf war so ein Tag. Die Grundschule hielt ihr Sportfest ab, für den achtjährigen Anton ein Pflichttermin. Er hatte trainiert, er wollte Spaß haben, sein Können zeigen – seine Mutter sollte ihm dabei zusehen. Und genau weil sie dem Wunsch ihres Sohnes entsprach, wird die Frau bald ins Gefängnis gehen. So jedenfalls stellt sich diese ungewöhnliche Geschichte aus ihrer Sicht dar.

Birgit R., 32, ist eine zierliche Frau, doch wenn sie über die bayerische Justiz und gefühlte Gerechtigkeit spricht, kann sie sehr energisch werden. Um ihren Sohn zu schützen, möchte sie weder ihren wahren Namen noch den Wohnort in der Zeitung lesen. Denn Anton mache ohnehin schon genug durch in diesem familiären Fiasko.

Anton ist ein Scheidungskind. Das Verhältnis seiner Eltern ist zerrüttet. Beide leben in neuen Partnerschaften, Birgit R. ist wieder verheiratet und vor elf Monaten Mutter einer Tochter geworden. Das alleinige Sorgerecht für Anton liegt bei ihr, der Umgang ist genau geregelt. Die Hälfte der Ferien verbringt Anton bei seinem Vater, dazu jedes zweite Wochenende. So auch jenes vom 4. bis 6. Juli. Eigentlich.

Nachricht via Umgangspfleger

Über den Umgangspfleger, der Anton vorschriftsgemäß zwischen seinen Eltern befördert, wies Birgit R. den Vater darauf hin, dass Anton gerne am Sportfest teilnehmen würde. Der Vater erklärte sich dazu bereit, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass weder Birgit R. noch ihr neuer Ehemann dann gleichzeitig diese Schulveranstaltung besuchen dürften. Dies sollten sie schriftlich zusichern. Andernfalls würde er, der Vater, mit Anton nicht zu dem Sportfest fahren. „Damit fing das ganze Theater an“, sagt Birgit R.

Warum, fragte sie sich, solle sie sich vorschreiben lassen, ob sie ihr Kind anfeuern dürfe? Noch dazu, wenn Anton dies ausdrücklich wünschte. Das ließ sie den Vater auch so wissen. Der aber blieb bei seiner Haltung. Daher entschloss sich Birgit R., ihren Sohn an diesem Wochenende bei sich zu behalten, ihn selbst zum Sportfest zu begleiten und dem Vater stattdessen den Termin eine Woche später anzubieten.

Wider das Kindswohl

Rechtlich wähnte sich Birgit R. auf der sicheren Seite. Der Umgangspfleger, ein durch und durch korrekter pensionierter Bundeswehroffizier, hatte sich bereits Rat beim Familienrichter geholt. Demnach habe der Vater kein Recht, von Birgit R. eine Verzichtserklärung zu fordern. Am schlechtesten sei es, Anton das Sportfest vorzuenthalten. Die Idee, der Vater könne seinen Sohn zum Sportfest begleiten, hielt der Deggendorfer Amtsrichter hingegen für gut umsetzbar. Schließlich sei der Sportplatz groß genug, damit die Eltern sich aus dem Weg gehen könnten.

Die „kindeswohlfreundlichste Lösung“ indes sah der Richter in einem Tausch der Wochenenden. Welche Folgen das haben kann, darauf hatte der Umgangspfleger die Mutter in einer Auflistung verschiedener Szenarien vorsorglich hingewiesen: Dann könne es sein, dass der Vater einen Ordnungsgeldantrag stelle, dem das Gericht womöglich stattgebe. Für Birgit R. schwer vorstellbar. Hatte der Richter einen Tausch der Wochenenden laut Umgangspfleger nicht selbst als beste Lösung für das Kind bezeichnet?

Auf den formalen Standpunkt zurückgezogen

Die Mutter ging mit dem Sohn also zum Sportfest, kurz darauf kam vom Vater ein Ordnungsgeldantrag – den derselbe Richter tatsächlich befürwortete: Gegen Birgit R. wurden 500 Euro Ordnungsgeld oder wahlweise ein Tag Ordnungshaft verhängt, hinzu kommen die Verfahrenskosten. Der Richter habe sich offenbar auf den formalen Standpunkt zurückgezogen, sagt ein Jurist, auch wenn die Entscheidung menschlich eigenartig erscheine.

So nicht, dachte sich Birgit R., und legte Beschwerde beim Oberlandesgericht München ein. Dort bestätigte man die Deggendorfer Entscheidung. Solange beide Elternteile nicht in der Lage seien, den Umgang des Kindes vernünftig miteinander zu abzusprechen, hätten sie sich an vereinbarten Regelungen zu halten. Weder Mutter noch Vater sei es gestattet, diese nach eigenem Dafürhalten abzuändern. Eine Stellungnahme des Umgangpflegers fand keine Berücksichtigung mehr, der Beschluss des OLG war bereits gefällt.

Birgit R. zeigt sich fassungslos. Sie wirft ihrem geschiedenen Mann vor, ihren Sohn zu instrumentalisieren. Noch enttäuschter ist sie aber von den Gerichten, die einem Vater Unterstützung gewährten, dem Kinderwünsche offenbar egal seien. Auf etwa 1000 Euro belaufen sich Ordnungsgeld und Verfahrenskosten – ein Betrag, den sich die Bürokauffrau während der Elternzeit schwer leisten kann. Doch auch um ein Signal zu setzen, werde sie nun einen Tag ins Gefängnis gehen, sagt R.: „Meine Kinder werden an diesem Tag ohne Mama sein, weil ich dem Rat unseres Richters gefolgt bin und zum Wohle meines Sohns entschieden habe.“