WAS MUSS NOCH ALLES PASSIEREN BEVOR KINDER- UND MÜTTERRECHTE GEWAHRT WERDEN ?

Sehr geehrte Frau Ministerin Altpeter,

der Tod des dreijährigen Alessio in Lenzkirch hat uns, die von häuslicher Gewalt betroffenen Mütter in Deutschland, wie so viele Menschen sehr betroffen gemacht. Erneut wird durch ihn die Frage unabweisbar aufgeworfen, wie eine Wiederholung des Geschehens ausgeschlossen werden kann.
Angesichts der Schwere des Vorfalls, der in unserem Lande viele Menschen erschreckt hat, glauben wir, dass die Arbeit eines Untersuchungsausschusses eine angemessene Maßnahme sein müsste, die Vorgeschichte und den Hergang der Ereignisse zu rekonstruieren, die zum Tode des Jungen führten.
Warum ist der dringende und doch wohl wiederholte Ratschlag von Ärzten, von denen der Junge klinisch und ambulant untersucht und behandelt wurde, ihn aus dem Elternhaus herauszunehmen, von den zuständigen Personen im Jugendamt nicht befolgt worden?
Warum hat der Staatsanwalt, bei dem die Anzeige der Ärzte einging, wenn er sich schon mangels Beweisen auf den Vorschlag eines Gerichtsverfahrens nicht einließ, dann nicht seine Kollegen des Familiengerichts angesprochen, für die Unterbringung des Kindes in einer Umgebung zu sorgen, in der es jeder körperlichen Gewaltanwendung entzogen ist?
Wir sehen das Resultat der Recherchen, die auf diese und andere zu stellende Fragen Antworten suchen, nicht darin, einzelne Personen und Stellen anzuklagen. Wir sind vielmehr daran interessiert, dass das Geschehen und seine Aufklärung dazu führen, dass die erforderlichen Schlüsse gezogen werden. Zielstellung dabei müsste eine Verbesserung der Rechte der Kinder auf gewaltfreie Erziehung sein!
Im sogenannten Cochemer Modell bzw. Elternkonsens um jeden Preis erleben wir leider häufig, dass Kinder zu einem gewalttätigen Elternteil zu häufig unbegleiteten Umgängen gezwungen werden, der gewalttätige oder persönlichkeitsgestörte Elternteil Teil der gemeinsamen Sorge verbleibt und somit jahrelang gerichtlich, tatsächlich und damit auch finanziell (hälftige Kostenteilung, Vermeidung gerichtlicher Lösungen) Gewalt gegenüber den Kindern und Müttern ausüben darf. Im Sinne von Frau Heynen, Jugendamt Karlsruhe, ist tatsächlich zu fragen, ob bspw. ein gelungener Karlsruher Weg nicht in vielen Fällen einen nicht erkannten Kinderschutzfall darstellt. Wir vermissen, dass die Täter nicht zu ihrer Tat stehen müssen, sondern als Väterrechtler völlig überhöht teils unter der Assistenz der Verfahrensbeistände zu jedem Preis auch nach Scheidung/Trennung implementiert werden. Wir vermissen einen Schutz vor einer gerichtlichen Klagelawine mit hälftiger Kostenteilung und wir vermissen ganz deutlich den Schutz traumatisierter, teils auch behinderter Kinder, deren Kinderrechte zugunsten einer Ideologie wie bspw. „Allen Kindern beide Eltern“ bewusst außer Kraft gesetzt werden. In diesem Zusammenhang möchten wir explizit auf den von vielen Jugendämtern aber auch Kinderschutzvereinen vorgetragenen Satz „Auch ein gewalttätiger Ehemann muss noch lange kein schlechter Vater sein“ verweisen, welcher durch empirische Studien wiederlegt wurde. Ebenso haben wir tatsächlich häufig mit den Äußerungen zu kämpfen: „Wir erleben ihren Mann ganz anders, durchaus liebevoll und kooperativ.“ Hier muss in aller Entschiedenheit darauf hingewiesen werden, dass Gewalttäter und Misshandler, gerade aus akademischen Schichten ein hochmanipulatives Verhalten bei Gericht oder Jugendamt zur Schau stellen. Wären sie dazu nicht in der Lage, wären wir kaum ursprünglich eine Beziehung/Ehe mit ihnen eingegangen. Frauen und Kinder fühlen sich dabei jedoch wirklich nicht ernst genommen, zumal der Satz schlichtweg nichts besagt, außer dass der Frau in einer völlig naiven Art und Weise Wahrnehmungsprobleme unterstellt werden. Ursächlich hierfür sehen wir auch die jahrelange Fortbildungstätigkeit des Väteraufbruchs Karlsruhe für Richter und Jugendämter. Nicht von der Hand zu weisen ist bspw. auch der Fall Hüllenkremer, welcher als engagierter Gründer des Väteraufbruchs Aachen nun eine langjährige Haftstrafe wegen Mißbrauchs an seiner Stieftochter verbüßt.
Wir erleben und haben erlebt, dass Mütter nicht ernst genommen werden, dass sie zu Elternvereinbarungen über angedrohte Sorgerechtsentzüge, Teilsorgeentzüge etc. gefügig gemacht werden. An dieser Stell möchten wir auf Herrn Blüm verweisen, welche echte Mutter ist dann nicht „konsensfähig“, zumal sie die Gewalt des Partners/Ehemannes zumeist mehrfach hautnah erlebte und diesem Mann nicht ein Kleinkind ausliefern kann.
Weiter wird ignoriert, dass Kindesmisshandlungen und sexueller Missbrauch eines Kindes Wiederholungstaten sind und dagegen keine Garantie gewonnen wird, wenn Väter ein „kooperatives Verhalten“ mit Ämtern und Gerichten bekunden.
Die Verharmlosung des Leidens der Kinder, die Rechtlosigkeit von Kindern und die Überbetonung der Väterrechte sehen wir als Fehler an.
Wir begegnen teilweise auch Mitarbeitern der Jugendämter oder engagierten Fachkräften, die den Kinderschutz sehr ernst nehmen, deren Entscheidungsspielräume jedoch oft begrenzt werden, durch ökonomische Zwänge aber auch durch die jeweiligen Philosophien eines Jugendamtes (Cochemer Modell, Elternkonsens, Umgang um jeden Preis).
Wir fordern eine klare Linie, bei der das Kindeswohl und der Schutz von Müttern nach Trennung aufgrund von Gewalt eindeutig über dem Väterrecht und Elternkonsens steht!
Selbstverständlich stehen wir jederzeit zur Verfügung, um die aufgeworfenen Fragen in einem persönlichen Gespräch weitergehend zu erörtern.

VON ALLEN FRAUEN MIT KINDERN VOR DEN FAMILIENGERICHTEN !!!

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