Eine traurige Reise

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„Ein Junge, lieb, fröhlich, ausgeglichen, sehr wohl erzogen. Einfach ein tolles Kind. Er geht auf die 11 Jahre zu und ist schon ein Großer. Morgens hat er noch schön mit seinem Bett gekuschelt und dann hält ihn nichts mehr.

Es geht raus an die frische Luft, mit dem Hund spazieren, auf die höchsten Bäume klettern, rennen, lachen, Tiere und Pflanzen erforschen und für den Hund das Spielzeug werfen.

Dann nach Hause, kräftig essen, wie es sich für so einen Jungen gehört, denn er will ja mal gross und stark werden. Vielleicht wird er mal in der Raumfahrt arbeiten, denn das würde ihm gefallen. Es hat mit schwarzen Löchern zu tun und alle den hellen Sternen, die weit entfernte Sonnen sind.

Nachmittag liest er Bücher und kuckt mal nach seinem Computerspiel.

Es läutet an der Tür. Herein kommen zwei Leute. Eine Frau vom Jugendamt und ein Gerichtsvollzieher. Sie wollen das Kind mitnehmen. Die Luft gefriert.

Der Junge – eben ging es ihm noch gut – fällt in sich zusammen und krümmt sich auf dem Sofa, macht sich ganz klein, senkt den Blick und sagt keinen Piep mehr.

Sie holen ihn! Aber er will nicht! Er bittet um ein letztes Telefonat mit seiner Mama, nur um „Tschüss“ zu sagen – aber es wird ihm nicht gewährt.

Die „liebe“ Frau vom Jugendamt sagt ihm: „Du darfst doch bestimmt nachher bei deinem Vater deine Mama anrufen!“ … So kann man sich täuschen….

Der Vater ist hier? Er will nicht zum Vater!!! Der Vater tut ihm wieder weh! Oder er setzt sich auf ihn drauf und hält ihm den Mund zu, so dass er keine Luft mehr bekommt!!! Warum hilft ihm niemand? Er will da nicht hin – aber er muss es…. unten steht ein Polizeibus vor der Haustür…. wenn er nicht mitgeht – so wird ihm gesagt – dann kommen die und holen ihn!

Das kleine Häufchen Elend geht lieber alleine mit – freiwillig kann man das nicht nennen, denn das kommt vom „freien Willen“, und wo ist der freie Wille, wenn dir mit einem Aufgebot Polizisten gedroht wird?

Aber er hat abgeschlossen. Seine Sachen will er nicht einpacken, seine Bücher lässt er da. Er braucht nichts mehr. Nun ist alles aus…..

Nur eine Bitte hat er noch: „Nur wenn der da wegfährt!“

„Der da“ ist sein Vater und der will ihn mitnehmen. Aber er würde lieber mit der fremden Frau vom Jugendamt mitgehen oder mit der Polizei als mit „dem da“.

Es wird ihm versprochen, dass Derda wegfährt, und Derda fährt ein Stück um die Ecke. Das kleine Häufchen Elend geht raus.

Dann wird er dem Vater übergeben. Derda ist nämlich garnicht weggefahren, sondern hat sich nur verstellt. Aber das hat er zumindest gut gemacht.

Das kleine Häufchen will nicht, er will es nicht! Aber die reden auf ihn ein und er weiß auch keinen Ausweg, niemand hilft ihm.

Und dann geht er mit dem Vater mit – von alleine. Ganz allein.“

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