Carola Fuchs: Warum ich um 3:00 Uhr morgens meine Laufschuhe anzog

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„Warum ich um 3:00 Uhr morgens meine Laufschuhe anzog

Warum ich um 3:00 Uhr morgens meine Laufschuhe anzog

Das Adrenalin war der Grund, welches kiloweise in meiner Blutbahn zirkulierte und mich nicht schlafen ließ.

Laufschuhe um 3 Uhr morgens

The same procedure as last time?

Am Nachmittag hatte das Telefon geklingelt und an der 233xxxxx sah ich sofort, dass es eine Nummer der Stadtverwaltung war, und mir schwante Übles. In der Tat meldete sich eine Frau Graf vom Jugendamt. „Herr Buchholz hat mich um Hilfe gebeten. Er möchte seine Tochter Katja gerne öfters sehen, besonders jetzt in den Ferien, aber Sie würden das verhindern. Deswegen würde ich Sie zu einem Dreiergespräch ins Jugendamt einladen, damit wir darüber reden können.“

Wie bitte? Da muss ich mich erstmal setzen, tief durchatmen und vor allem einen guten Eindruck machen. Wenn mir das jetzt nicht gelingt, beginnt das ganze Kasperletheater „Böse Mutter, toller Vater, armes Kind“ von vorne.

Zunächst einmal sind wir beide überrascht, als ich ihr erzähle, dass es bereits einen Beschluss gibt, nachdem Katja die Hälfte der Ferien bei ihrem Vater sein soll. Sie ist überrascht, weil sie davon nichts wusste und ich finde es erstaunlich, dass Thomas von dem Beschluss nichts erwähnt hatte.
Vielleicht liegt es daran, dass dieser Beschluss lächerlich ist, da nicht umsetzbar. Katja will nämlich nach wie vor nicht bei Thomas übernachten, und weil ihm die Hin- und Herfahrerei zu viel wäre, sucht er sich in den Ferien ein oder zwei Tage aus, anstatt eine ganze Woche.


„Und dieses Mal klappt es mit den einzelnen Tagen nicht?“, fragte Frau Graf schließlich nach.

„Ja, kann man so sagen“, erklärte ich weiter. „Der August war schon eine Woche alt, ohne ein Lebenszeichen von ihm in Sachen Sommerferienvorschläge. Deswegen habe ich ihm eine SMS geschickt mit der Bitte um Termine. Am Sonntagabend, es war mittlerweile der 9. August, antwortete er und überraschte mich mit sehr kurzfristigen und vagen Vorschlägen. Er wollte den kommenden Mittwoch und Freitag, sowie den Freitag in zwei Wochen haben. Ansonsten wüsste er noch nicht, wie er es beruflich vereinbaren könne und würde sich spontan nochmal melden.“
„Ja“, meinte Fau Graf, „das ist wirklich etwas kurzfristig. Schließlich müssen Sie auch planen können. Hm. Und dann er hat mir noch erzählt, dass er wegen dieser Probleme mit Ihnen die Caritasberatung aufsuchen wollte, Sie aber nicht dazu bereit sind.

Eine blühende Phantasie

Ach ja, die Beratung. Nachdem ich ihm zwei von drei Tagen wegen Kurzfristigkeit nicht zusagen konnte, ereilte mich diese SMS:
„Hallo Carola. Auf Grund deiner erneuten Umgangsverweigerung ist am Mittwoch den 19.8.2015 bei der Caritas um 10 Uhr ein Beratungsgespräch anberaumt. Es wird jedem von uns dringend angeraten, dort zu erscheinen – nicht nur zum Kindeswohl.
Gib mir bis spätestens Sonntag 16.8.2015 Bescheid – per SMS.“

Wer hier wem was rät, war mir vollkommen egal. Keine zehn Pferde bringen mich mehr zu einer Beratung mit diesem Rindskanoppel von Mann. Es ist sogar Zeitverschwendung ihm zu antworten, weil für ihn sowieso nur das Realität ist, was er sich zusammenphantasiert. Trotzdem schrieb ich zurück, weil ich schon ahnte, dass ich Beweise brauche:
„Es handelt sich nicht um Umgangsverweigerung. Drei bzw. fünf Tage vorher zu sagen: “Da passt es mir und wenn ich Katja da nicht kriege, ist es Umgangsverweigerung”, kann ich nicht nachvollziehen.
Auch die späteren Termine behältst du dir vor. Das ist nicht zumutbar. Nenne mir bitte verbindliche Tage, dann klappen die auch. Es ist also alles mit einer klaren und rechtzeitigen Absprache zu regeln. Der Termin bei der Caritas ist daher obsolet.“

Wenn Phantasie zum Wahn wird

Frau Graf wurde immer nachdenklicher und betonte, dass sie froh sei, auch meine Seite zu hören und dass sie gar nicht so richtig verstünde, warum Herr Buchholz sich so abgewiesen fühlen würde.
Ich hatte da schon eine Idee dazu und erzählte ihr von den Geburtstagseinladungen, wegen denen Katja ab und an einen Umgangssamstag absagte. Die Absage gestand er ihr zähneknirschend zu, aber innerlich läuteten seine Alarmglocken eindringlich. Hinter den Einladungen vermutete er üble Machenschaften meinerseits, was er in abendlichen Kurznachrichten wie dieser zum Ausdruck brachte: „Wenn DU am Papawochenende eine Einladung hast – dann teilst DU mir das mit – schickst nicht unsere Tochter Katja vor – manipuliertest NICHT unsere Tochter – hältst sie NICHT zur Unwahrheit an und achtest einfach Katjas Vaterwochenenden in vollem Umfang.“

Insgesamt telefonierten Frau Graf und ich eine gute Stunde lang und irgendwann konnte sie verstehen, warum mein Interesse an einem Dreiergespräch eher mager war. Wir verblieben so, dass ich nach wie vor alles schriftlich mit ihm vereinbaren sollte, sie ihn telefonisch um rechtzeitige Absprachen bitten und ich ihm erneut vorschlagen würde, sich für diese Ferien noch ein paar Termine auszusuchen.

Schlafende Hunde

Am liebsten hätte ich sie gefragt, ob sie das Buch „Mama zwischen Sorge und Recht“ kennt, weil es wirklich ganz erstaunliche Parallelen gibt. Aber ich will ja keine schlafenden Hunde wecken.

Apropos schlafen. Eigentlich ist das Gespräch gut gelaufen und ich hätte entspannt und tief schlummern können. Aber ich war mir keineswegs sicher, ob sich Frau Graf nicht doch noch von ihm um den Finger wickeln lassen würde – das wäre ja nichts Neues beim Jugendamt.
Außerdem hatte das Gespräch in mir vieles wieder aufgewühlt und mich innerlich in Alarmbereitschaft versetzt.

Diese Dreistigkeit sucht ihres Gleichen und ich muss bei Thomas einfach immer mit allem rechnen – nur nicht mit Ehrlichkeit, Fairness und schon gar nicht mit gesundem Menschenverstand.

Die Vorgeschichte ist in „Mama zwischen Sorge und Recht – Die aberwitzigen Erfahrungen einer Mutter in Sachen Umgang“ nachzulesen.“

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