Eine Mutter an SPD Europa Abgeordnete Noichl zu deren Aktionismus PRO Wechselmodell

Sehr geehrte Frau Noichl,

ich las den Flyer zu Ihrer Veranstaltung Wechselmodell und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hier kommen ausschließlich Wechselmodellbefürworter zusammen, um Werbung für dieses Modell zu machen.
Seit vielen Jahren bin ich in einem Mütternetzwerk ehrenamtlich tätig und kann Ihnen sagen: Es wenden sich jeden Tag verzweifelte Mütter hilfesuchend an uns, denen ein Wechselmodell aufgezwungen werden soll. Möglichst aussergerichtlich, mit der Pistole an der Brust, damit das Wechselmodell dann später als „freiwillig“ verkauft werden kann. Die meisten Mütter, selbst die, die so einem Modell nach Erpressungsversuchen zustimmen, sind sehr unglücklich mit dem Modell. In der Regel sind sie durch das Modell auch verarmt, da es keinen Kindesunterhalt gibt. Sie können sich dann zwischen einem Leben mit Ganztagsstelle ganz ohne ihre Kinder (die entweder in Betreuung oder beim Vater sind) oder für völlige Armut und einem Leben entscheiden, in dem sie zumindest zeitweise ihre Kinder sehen. Viele Kinder, die in solchen Modellen leben, entwickeln Störungen. Die kleinen Kinder bis gut 6 Jahre entwickeln psychische Störungen und Bindungsstörungen, die etwas älteren Kinder sind gestresst und überfordert, viele bekommen Lernstörungen und sind schulisch eher problematisch. In meinem Umkreis gibt es inzwischen viele Wechselmodellkinder. Ich kenne kaum eines, dass sich normal entwickelt hat. Dazu bedarf es eines sehr guten Verhältnisses von Vater und Mutter, eine große räumliche Nähe und eine große Flexibilität der Eltern, die möglichst nach der Trennung noch gut befreunet sind. Im Grunde sieht dies auch der deutsche Familiengerichtstag so. Ein Wechselmodell bedeutet häufig, dass ein Kind kein Zuhause mehr hat. Manche Kinder, wie auch manche Erwachsene, lieben es, ständig die Betten zu wechseln. Gerade unter den Menschen, die erfolgreich in der Öffentlichkeit stehen oder politische Karrieren machten, sind die meisten belastbar und leistungsfähig. Sie mögen Kinder bekommen mit den gleichen Anlagen. Kinder, denen frühe Krippen und Wechselmodelle nichts anhaben können. Für viele Menschen ist dies aber eine große Belastung. Die Studien, die zu diesem Thema in der letzten Zeit erschienen sind, sind zielgeleitet gewesen.
Wer heute das Wechselmodell möchte, kann dies ohnehin tun. Dazu bedarf es keiner Werbekampagnen. Mit Ihrem Einsatz für ein Wechselmodell machen Sie, Frau Noichl, als Frau, das Leben vieler vieler anderer Frauen und Kindern zunichte. Denn es geht ja wohl darum, das Wechselmodell öffentlichkeitswirksam durchzusetzen, um auch die hineinzwingen zu können, die es gar nicht wollen. Wie kann man so wenig loyal zu seinen Geschlechtsgenossinnen sein? Sie erweisen Ihren Geschlechtsgenossinnen einen Bärendienst.
Mit freundlichen Grüßen

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