Eine Mutter im Dialog: „Zwei Stunden nach Verhandlung“

„Also… zwei Stunden Verhandlung später.
Laut Gutachterin habe ich ein viel zu enges Verhältnis zu meinen Kindern und steuere diese über unsichtbare Antennen. Daher würden sie ihren Vater ablehnen, weil ich das ja auch täte.
Dann lebe ich seit gut zwei Jahren in einer frischen und ungefestigten Beziehung. Meine Frage, ab wann eine Beziehung denn gefestigt sei, konnte sie mir nicht beantworten.
Dass die Kinder mittlerweile beim Psychologen sitzen, daran bin natürlich auch ich schuld. Ich würde ihnen das alles einreden.
Wenn der Vater unzuverlässig ist und sich nicht meldet, dann sei das nicht so schlimm, ich müsste halt den Kindern schöne Geschichten von ihm erzählen.
Dass er uns weiterhin stalkt, ist übrigens auch nicht schlimm, damit müsse ich halt rechnen, wenn ich ihm die Kinder vorenthalte. Ob ich denn nicht belastbar sei?
Auf die Aussagen der Lehrerin und des Kinderarztes wird aus irgendwelchen Gründen gar nicht eingegangen.
Das Verfahren ist beendet. Jetzt gibt es begleitete Umgänge – zeitlich unbegrenzt. Der Terror geht weiter. Nächstes Jahr soll es dann ums SR gehen.
Vertrauen in die deutsche Justiz – nicht mehr existent“

Antwort einer Mutter:

„So, wie du es erlebst,  ergeht es ganz vielen von häuslicher Gewalt betroffenen (meist Müttern) in Deutschland. Nicht mehr was ist, wird betrachtet, sondern wie man es interpretiert. Hauptsächlcih betreuende Elternteile, meist Müttern und Kindern wird das Recht und die Fähigkeit, subjektiv empfinden, wahrnehmen zu dürfen – selbst wenn es sich um objektive Sachen handelt wie „fand Umgang statt ? Wer kam zum vereinbarten Termin nicht ? Zahlt er oder nicht ? Gab es Gewalt oder nicht ? – ja sogar moralisch urteilen und handeln zu dürfen, abgesprochen. Sie haben zu funktionieren und aufzufangen, mit was für ungerechtfertigten Anschuldigungen, Bedrohungen, verbalen oder teils bei Übergaben auch körperlichen Übergriffen… der Kindesvater – egal wir kriminell es sein mag – sie bombadiert. Sie haben zu lächeln, dankbar zu sein, dass er sie nicht noch schlechter behandelt (ich kenne eine Frau – nicht ich – die wurde von der Richterin doch tatsächlich gefragt, ob sie , nachdem er irgendwann nach Monaten mal einen Teil Kindesunterhalt zahlte, von dem das meiste für die Geltendmachung beim Anwalt blieb, … ob sie wenigstens danke gesagt habe…) . Ich ärgere mich nicht nur als Mutter und Mensch über derartige menschenverachtende Praktiken, sondern auch als Fachfrau darüber, wie bedenkenlos ein Heer gleichgeschalteter Fachleute entgegen jeden Fachwissens da Kinderleben (seelisch oder im wahrsten Sinne des Wortes ) aufs Spiel setzen“

By Miami U. Libraries – Digital Collections [No restrictions or Public domain], via Wikimedia Commons

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