Das neue Familienrecht: Kind wird mit Polizeigewalt zu gewalttätigem Vater gebracht

“Sehr geehrter Herr ,

ich wende mich an Sie als Freund der klaren Worte. In Ihrer Kolumne greifen Sie gelegentlich auch kritisch familienrechtliche Themen auf, wie jüngst den Kampf der Väter um das verpflichtende Wechselmodell.

Vielleicht finden Sie ja auch klare Worte für die Situation, die sich gestern früh um 8 Uhr in Berlin zugetragen hat: Einer Mutter wurde ihr 5-jähriger Sohn mit Polizeigewalt entrissen. Dass dabei auch Gewalt angewendet werden darf, weil mit Widerstand zu rechnen ist, stand ausdrücklich in dem Auftrag an das 7-köpfige Polizei-Aufgebot.

Widerstand von einer 1,66 m großen Mutter, ihrem 79-jährigen Vater und ihrer 69-jährigen, nach einem Schlaganfall schwerbehinderten Mutter???

Und so musste der 5-jährige mit ansehen, wie seine geliebte Mutter zu Boden gerissen wurde, sowie auch der 79-jährige Vater.

Die Mutter ist klug und anständig – der Vater aus eher einfachen Verhältnissen, milde ausgedrückt. Gegen den Vater ist bereits ein Verfahren wegen Gewalttätigkeit gegen seinen Sohn anhängig, weshalb die Mutter für die Dauer des Gewaltverfahrens keinen Kontakt zuließ, um den Sohn zu schützen. Was den Vater wohl zu diesem drastischen Mittel greifen ließ. Und alle machen mit: Familiengericht, Jugendamt, Polizei.

Sieht so das neue “Engagement” der Väter aus?

Die betroffene Mutter hat sich nun mit u.a. Schreiben an Amnesty International gewendet und sucht Hilfe.

Die Verhandlung um das alleinige Sorgerecht der Mutter war ohnehin für nächste Woche angesetzt. Es ist nicht ersichtlich, warum eine Woche vorher einem Eilantrag des Vaters stattgegeben wird, der Mutter das Kind zu entreißen. Nun sitzt der 5-jährige Junge vermutlich völlig verstört nach diesem Albtraum in einer 60 qm Plattenbauwohnung bei dem “verantwortungsvollen” Vater und hat Angst.

Vielleicht möchten Sie mit der B.Z. ja am Verhandlungstermin teilnehmen und berichten. Er findet nun am kommenden Mittwoch, den 09.12. nächste Woche unter diesen neuen Vorzeichen statt. Warum der Vater nicht diese eine Woche bis zum Verhandlungstermin noch abwarten konnte, erschließt sich nicht. Und warum der Eilantrag des Vaters trotz des unmittelbar anstehenden Verhandlungstermins genehmigt wurde, erschließt sich ebenso wenig.

Wenn Sie mit der Mutter Kontakt aufnehmen möchten, finden Sie in der unten angefügten Mail ihre E-Mail-Adresse, Sie können sie auch anrufen: XXXX.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass sich Mütter in Deutschland aufgrund menschenunwürdiger Zustände für sie und ihre Kinder an eine internationale Hilfsorganisation wenden müssen, wenngleich seit Jahren die Situation für Mütter durch die Aktivitäten der so genannten “verantwortungsvollter Väter”, die sich mit den Mitteln des Familienrechts ihren Teil am Kind mit Gewalt sichern wollen, immer prekärer werden.

Mit freundlichen Grüßen
eine fassungslose Frau”

Gebhard Fugel Kleines Mädchen weinend

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Ein Gedanke zu “Das neue Familienrecht: Kind wird mit Polizeigewalt zu gewalttätigem Vater gebracht

  1. Selbst, wenn nicht so viel Gewalt mit Hilfe der Polizei angewendet wird und nur eine/ein Verfahrensbetreuer/In einen heimsucht und beleidigt und erpresst, dann ist dies auch nicht gerecht und gehört bestraft; wenn dabei Kinder unberechtigt aus dem gewohnten Umfeld gerissen werden, erst recht.
    Unglaublich, da sollten alle eingreifen, erst recht die Politik.
    Eine leidende Mutter

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