Aus Alina Bronsky, Denise Wilk: Die Abschaffung der Mutter (2)

Nach dem Zeugungsakt – Lauter Rechte, keine Pflichten

„So sind nicht nur Mütterrechtler darüber entsetzt, wie der Gesetzgeber ohne Rücksicht auf persönliche Situation und Vorgeschichte zuweilen fremde Männer mit der Vollmacht ausstattet, das Leben alleinerziehender Frauen noch schwerer zu machen“.

„Der knappe Beitrag der Zeugung hat schon lange nicht mehr so viel gezählt wie heute, argumentiert Edit Schwab…“

“Skandalös finden auch wir den neuen Leitgedanken hinter der Reform: dass eine Mutter zu einer Kooperation mit dem Kindsvater gezwungen werden kann, ohne dass es zuvor zu einer tragfähigen Basis zwischen den beiden gekommen ist und obwohl es triftige Gründe der Mutter geben kann, den Vater nicht einzubeziehen.“

„Es ist kaum zu leugnen, dass ein gemeinsames Sorgerecht bei Paaren, die nie eine gemeinsame Basis hatten, auch für die Kinder verheerend ist. Trotzdem werden Mütter, die sich dagegen wehren, von den Institutionen zu fachlich zweifelhaften Zwangsberatungen und Lehrgängen gezwungen, als gälte es, ein Trotzkind umzuerziehen.

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Schiele - Mutter und Kind - 1910

Aus Alina Bronsky, Denise Wilk: Die Abschaffung der Mutter (1)

Zum Thema gemeinsames Sorgerecht für ledige Mütter:

“…der Vater kann ein gemeinsames [Sorgerecht] gegen den Willen der Mutter beantragen und einklagen. Widerspricht die Mutter seinem Antrag nicht innerhalb von sechs Wochen, wird der Fall in einem Schnellverfahren nach Aktenlage und ohne Anhörung der Beteiligten entschieden. Kommt der väterliche Antrag gleich zur Geburt, muss die Mutter somit noch im Wochenbett einen Anwalt einschalten und Gerichtsgänge absolvieren, wenn sie das Sorgerecht auf keinen Fall teilen möchte.

Väterverbände sahen den Mann durch die Lösung noch immer benachteiligt, da er ja das Sorgerecht frühestens sechs Wochen nach der Geburt bekommen könne. Da hätten Mütter immer noch automatisch die Entscheidungsfreiheit über die Geburt und die ersten Lebenswochen des Kindes, könnten über den Namen und medizinische Maßnahmen bestimmen, empörte sich so manche Väterinitiative. Selbst die Wahl des Geburtsortes, die einer Frau gesetzlich garantiert ist, sollte demnach zur Diskussion stehen.

[…]

Hauptsache, der bösen Mutter wird das Handwerk gelegt.“

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Der Spiegel: Alina Bronsky – sich Hausfrau zu nennen hat etwas Revolutionäres

„SPIEGEL ONLINE: Der SPIEGEL fragte kürzlich auf seinem Titel, ob Väter die besseren Mütter seien. Sind sie das?

Bronsky: Dieser Wettkampf zwischen den Geschlechtern ist doch hochgradig albern. Ich möchte nicht in einer Partnerschaft leben, in der ich mitzählen muss, wer wie oft die Windeln wechselt. Natürlich sind Väter wichtig. Aber warum wird plötzlich geleugnet, dass ein Baby gerade am Anfang seines Lebens ein großes Bedürfnis nach Nähe zur Mutter hat? Während der Vater seine Bindung zum Kind erst aufbaut, führt die Mutter eine Beziehung fort, die schon vor der Geburt begonnen hat.

SPIEGEL ONLINE: Diesen Vorsprung an Urvertrauen könnte ein kuschelig veranlagter Papa nicht kompensieren?

Bronsky: Der Vater kann sich ja gerne neben Mutter und Baby kuscheln. Aber muss er seiner Frau das Kind entreißen, um seine Wichtigkeit zu demonstrieren? Schwangerschaft, Geburt und Stillen sorgen für eine kontinuierliche Innigkeit, die ein fürsorglicher Vater ergänzen, aber nicht ersetzen kann.
 

[…]

SPIEGEL ONLINE: In den USA werden Frauen zwei Wochen nach der Geburt am Arbeitsplatz zurück erwartet. Hier in Deutschland gibt es 14 Wochen Mutterschutz, drei Jahre Elternzeit, das Ehegattensplitting, die kostenlose Mitversicherung in der Krankenkasse, Mütterrente, Elterngeld und eine Familienministerin, die sich für 24-Stunden-Kitas einsetzt. Sind das nicht paradiesische Zustände für Mütter?

Bronsky: Außer den Wirtschaftsbossen freut sich doch kein Mensch über 24-Stunden-Kitas. Wir behaupten auch gar nicht, dass Deutschland das kinderfeindlichste Land der Welt ist. Im Gegenteil: Viele Strukturen sind hier im internationalen Vergleich ansehnlich und schützenswert. Doch ausgerechnet sie gelten nun als rückständig und sind gefährdet.

SPIEGEL ONLINE: Für viele Feministinnen älterer Semester ist Ihr Buch ein Affront. Diese Frauen haben ihr Leben lang für Chancengerechtigkeit gekämpft und nun, da Frauen fast alle Türen offen stehen, wählen Sie freiwillig den Beruf der Mutter.

Bronsky: Das ist mein gutes Recht. Wer aus der eigenen Biografie Forderungen an nachfolgende Generationen ableitet, verhält sich erpresserisch. Nur weil Frauen früher unter männlicher Unterdrückung gelitten haben, soll ich jetzt das Wohl meiner Kinder aufs Spiel setzen? Einen Feminismus, der sich ausschließlich für die Rechte der arbeitenden Frau einsetzt, halte ich für frauenfeindlich.

Weiter hier:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/alina-bronsky-sich-hausfrau-zu-nennen-hat-etwas-revolutionaeres-a-1081849.html

Wallco (78546)

SZ: Das Kind, gerecht verteilt

„Was macht das Wechselmodell mit den Kindern geschiedener Eltern? Eine Leserin hat ihre Kinder, die alle zwei Wochen woanders wohnen, beobachtet und ist besorgt.

„Kinder brauchen beide Eltern – zu gleichen Teilen“ vom 29. März über das Wechselmodell nach einer Scheidung:

Ich bin selbst Wechselmodellmutter und kann die Nachteile, die dieses Modell mit sich bringt, aus eigener Erfahrung beschreiben. Auf den ersten Blick ist die komplizierte Lage der Wechselmodellkinder gar nicht zu erkennen: Wenn man sie fragt, ob sie das Modell gut finden, antworten sie ohne zu zögern sofort mit „Ja“ (was die Studien dann eine kindliche Favoritisierung des Wechselmodells nennen). Erst beim zweiten Hinsehen fällt auf, dass diese Kinder nie etwas davon erzählen, was sie im Haushalt des anderen Elternteils erlebt haben. Bei einer Nicht-Kommunikation zwischen den Elternteilen („parallele Elternschaft“) werden die Kinder nicht gemeinsam erzogen, sondern „wandeln“ zwischen zwei Welten: In jeder Welt werden komplett andere Werte vermittelt, ein Austausch über die Werte findet zwischen den Eltern jedoch nicht mehr statt.“….

Weiter hier:

http://www.sueddeutsche.de/kolumne/scheidung-das-kind-gerecht-verteilt-1.2938429

Jaffa cake