Petition zur vollständigen Ratifizierung der Istanbul-Konvention

Bitte unterschreiben Sie hier:

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2016/_07/_09/Petition_66653.mitzeichnen.html

Hier der Artikel zur Petition:

http://www.huffingtonpost.de/carola-fuchs/aktenzeichen-xy-geloest—schwarzes-loch-in-gerichtssaelen-entdeckt_b_11164234.html

 

Gewalt ist nie okay 04

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Offener Brief zur Studie „Kindeswohl und Umgangsrecht“ und Wechselmodell an die SPD Fraktion

Evi Lamert
Mütterinitiative
Baaderstr. 30
80469 München

SPD – Bundestagfraktion
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

Von Herrn Sönke Rix, dem Sprecher der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend, habe ich die Nachricht erhalten, dass in der SPD – Bundestagsfraktion Konsens über die Frage besteht, dass das Kindeswohl bei Entscheidungen über neue familienrechtliche Regelungen Vorrang haben soll.

Ergänzend und Bezug nehmend auf das Schreiben von Herrn Rix möchte ich mich mit folgenden Fragen an Sie wenden:

1. Welche Position bezieht Ihre Fraktion gegenüber der Frage, ob wichtige Kooperationspartner bestimmter Lobbygruppen mit der Erforschung der psychischen und physischen Gesundheit von Kindern beauftragt werden sollten?

Im Jahr 2012 gründete der Väteraufbruch die „Projektgruppe Paritätische Doppelresidenz“. Deren wichtigste Kooperationspartnerin wurde Frau Prof. Hildegund Sünderhauf. Während ihrer Zusammenarbeit mit dem Väteraufbruch stellte sie ihr Buch „Wechselmodell – Psychologie – Recht – Praxis“ fertig und veröffentlichte es im August 2013. Frau Sünderhauf arbeitet seitdem auch weiterhin intensiv mit dem Väteraufbruch zusammen und unterstützt diesen bei der Durchsetzung seiner politischen Ziele durch zahlreiche Vorträge und Diskussionsrunden. (http://baden-wuerttemberg.vafk-sbh.de/VE_2013-1.pdf)
Aus der Projektgruppe „Paritätische Doppelresidenz“ des Väteraufbruchs entwickelte sich der „Internationale Rat der Paritätischen Doppelresidenz“ (ICSP), dessen Mitglieder/Vorstände teilweise in Personalunion mit dem Bundesvorstand des Väteraufbruchs arbeiten (Angela Hoffmeyer, Torsten Fabricius).
Das BMFSFJ hat den „Internationalen Rat für die Paritätische Doppelresidenz“ bereits mit Fördermitteln unterstützt.
Der ICSP trifft sich regelmäßig mit Mitgliedern des Europarates. Folge dieser engen Zusammenarbeit ist die nach einem Hearing mit Frau Prof. Sünderhauf beschlossene Resolution 2079, deren Umsetzung laut Bundesministerium in einem Brief an zwei Mitglieder des Väteraufbruchs bzw. der Gruppe „Väter ohne Rechte“ durch die Befragung Umgang und Kindeswohl geprüft werden soll. Das letzte Treffen zwischen ICSP und Mitgliedern des Europarates fand vor wenigen Tagen in Straßburg statt. Auf dem Treffen wurde darüber gesprochen, wie auf den Gesetzgeber eingewirkt kann, damit die Paritätische Doppelresidenz als Regelfall gesetzlich festgeschrieben wird. (http://twohomes.org/article95-Verbreitung-der-Doppelresiden…?) Entsteht durch die Europaratsresolution 2079 Druck auf den Gesetzgeber?

Frau Prof. Sünderhauf ist laut BMFSFJ in den wissenschaftlichen Beirat der Befragung Kindeswohl und Umgangsrecht berufen worden.

Sollte es nicht so sein, dass Forschungen über die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern in verschiedenen Wohnformen nach Trennung und Scheidung von Wissenschaftlern gemacht werden, die einzig im Interesse der Kinder forschen, und die nicht gleichzeitig das Ziel verfolgen, die Durchsetzung bestimmter politischer Ziele im Elternrecht wissenschaftlich zu legitimieren? Wie steht Ihre Fraktion zu dieser Frage?

2. Warum ist es dem BMFSFJ trotz mehrfacher Nachfrage nicht möglich, für die Teilnehmer der Studie Transparenz über die Frage herzustellen, welches konkrete politische Ziel die Studie verfolgt, und ob dieses Ziel mit der Europaratsresolution 2079 in Zusammenhang steht? Immerhin geben die Teilnehmer der Studie überaus sensible persönliche Daten preis, die häufig mit Erinnerungen an im Familiengericht erlebte Traumata verbunden sind.

3. Warum ist es dem BMFSFJ nicht möglich, zu veröffentlichen, welche Wissenschaftler im wissenschaftlichen Beirat tätig sind? In einem Schreiben von Herrn Sönke Rix wurde angedeutet, dass Ihre Fraktion Kenntnisse über die personelle Zusammensetzung der ExpertInnengruppe hat, die das Forschungsdesign entwickelt hat. Ist diese ExpertInnengruppe identisch mit dem Wissenschaftlichen Beirat? Sollte wirklich eine neutrale und einzig am Kindeswohl (und nicht an Elterninteressen) orientierte Forschung beabsichtigt sein, müsste Transparenz in personellen Fragen eigentlich problemlos möglich sein. Warum ist diese Transparenz anscheinend nicht möglich? Wie steht Ihre Fraktion dazu?
Transparenz in personellen Fragen ist deshalb wichtig, weil vorrangig an Elternrechten orientierte WissenschaftlerInnen wahrscheinlich andere Fragen stellen, andere Studienteilnehmer auswählen und ihren Fokus anders setzen, als vorrangig an Kinderrechten orientierte WissenschaftlerInnen.

Ein Beispiel:

Im 1. Quartal 2016 haben ca. 7 Mal so viele Frauen wie Männer Elterngeld bezogen. Ein Wechselmodell wäre also in 7 von 8 dieser Familien mit einer besonders großen Umstellung für die Kinder und mit einem Bindungsverlust zum hauptbetreuenden Elternteil verbunden. Frau Prof. Sünderhauf engagiert sich trotz dieser Zahlen im Rahmen des ICSP und beim Europarat für ein Wechselmodell als Regelfall. Man müsste, um in der Studie zutreffende Aussagen über die Wirkung eines Wechselmodells nach ungleicher Rollenverteilung auf das kindliche Wohlbefinden treffen zu können, besonders viele Familien interviewen, die ein Wechselmodell nach ungleicher Rollenverteilung leben, um die Wirklichkeit überhaupt abbilden zu können. Werden die Auswirkungen eines Wechselmodells nach ungleicher Rollenverteilung im Rahmen der Studie überhaupt untersucht?

In den wissenschaftlichen Publikationen von Frau Prof. Sünderhauf finden Familien keinerlei Beachtung, deren Kinder unter einem Wechselmodell vermutlich gesundheitlich schwerwiegende Folgen davontragen könnten, u.a.:
• sehr kleine Kinder, die aufgrund der Schwangerschaft oder der Stillzeit eine besonderes enge Bindung zur Mutter haben
• Kinder, die nur eine Bindung zu einem Elterteil haben, weil der andere Elterteil nicht oder kaum anwesend ist/war
• Kinder aus kinderreichen Familien, die unter dem Wechselstress besonders leiden, besonders dann, wenn die Kinder wegen des Altersabstandes in verschiedenen Abständen wechseln
• Kinder mit besonderem Förderbedarf oder mit psychischen oder physischen Einschränkungen; besonders Kinder mit Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen und Kinder mit Autismus
• Kinder aus Mehrfachfamilien, die Bindungen zu Halb- und Stiefgeschwistern haben
• Kinder von Eltern, die ihre Interessen über die der Kinder stellen und das Wechselmodell als Kontrolle leben
• Kinder, die nicht äußern können, dass sie das Wechseln nicht aushalten können, weil sie Schuldgefühle haben und Gerechtigkeit zwischen den Eltern herstellen wollen
• Kinder von Einverdienerfamilien, die an die Betreuung einer festen Bezugsperson gewöhnt sind, und die wegen der Finanzierungsschwierigkeiten durch ein Wechselmodell in die Fremdbetreuung abgeschoben werden müssen

Nimmt man diese Familien aus der Forschung über das Wechselmodell heraus, kommt man zu Ergebnissen bzw. Gesetzesinitiativen, die zwar vielleicht Elterninteressen legitimieren, jedoch nicht vorrangig das Wohl von Kindern im Auge haben.

4. Das Forschungsdesign sieht vor, dass derjenige Elterteil, der sich an der Studie beteiligen möchte, ohne Wissen des anderen Elterteils eine Schweigepflichtsentbindung unterschreiben kann, so dass die Wissenschaftler Zugriff auf Jugendamts- und Gerichtsakten bekommen. Ist dies rechtlich überhaupt zulässig? Oder werden hier in eklatanter Weise die Persönlichkeitsrechte des anderen (z.T. mitsorgeberechtigten) Elternteils verletzt, der nichts von der Einverständniserklärung weiß, in dessen Akten jedoch Einsicht genommen wurde bzw. wird? Wird das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung hier noch gewahrt?

Nicht nur im Hinblick auf die Intransparenz in der Fragestellung und die mögliche Vergabe von Forschungsaufträgen an lobbygebundene WissenschaftlerInnen, sondern auch hinsichtlich der Verletzung des Datenschutzes muss die Studie sofort gestoppt werden!

Nur durch eine generelle Neukonzeption der Studie liegt nach meinem Dafürhalten der Fokus der Forschung wirklich auf dem Wohl der Kinder und nicht auf der wissenschaftlichen Legitimation von Elternrechten.

Mit freundlichen Grüßen

Evi Lamert

Aufkleber5

Dr Kruk und die Seriosität der Wechselmodell – „Forschung“

Der Vorstand des „International Board on Shared Parenting“ ist natürlich mit einschlägig bekannten Wechselmodell-Befürwortern besetzt: Natürlich darf bei diesem Thema Frau Sünderhauf nicht fehlen, sowie der Münchner Rechtsanwalt  Mohr. Ebenso ist der Kanadier Dr. Edward Kruk Teil des Vorstandes auf dessen Arbeiten sich die Wechselmodell-„Forschung“ u.a. beruft.

http://twohomes.org/en_ICSP_board_of_directors

Die Seriosität dieser Wechselmodell-„Forschung“ erscheint mehr als zweifelhaft.

So wird dies einmal mehr durch einen Brief an Frau RAIN Köllner von einer Großmutter recherchiert untermauert:

„Sehr geehrte Frau Köllner,

erst heute habe ich wieder einmal in diesen Blog geschaut und Ihre Frage zu Dr. Kruk entdeckt. […] Ich habe nur – aus sehr traurigem, persönlichem Anlaß – sehr viel zum Thema Sorge- und Umgangsrecht in den USA und Kanada recherchiert, bin dabei auf erschütternde und schier unglaubliche Tatsachen, mit denen sich so viele Kinder und Mütter in Scheidungs- und Sorgerechtsverfahren konfrontiert sehen, gestoßen und habe irgendwann zufällig die Gerichtsentscheidungen gefunden. Es scheint so zu sein, dass vor ein paar Jahren noch die vollen Namen der Prozessparteien veröffentlicht wurden, denn nur so bin ich auch auf diese Seiten gelangt.[…]

Nachdem ich durch monate- und nächtelange Recherche einigermaßen klar zwischen seriöser und unseriöser Forschung auf internationaler Ebene unterscheiden und Dr. Kruk in die Kategorie „unseriös“ einordnen konnte, entdeckte ich diese Urteile und war fassungslos. […] Dr. Edward Kruk ist auf dem international anerkannten Parkett der Familien-, Kindheits- und Scheidungsforschung umstritten, wenn nicht gar unbedeutend, zumindest nach meinem Eindruck. Hier eine Einfügung, die ich dazu gefunden habe, die zwar lang, aber richtungsweisend ist, wenn man sich auf den Weg begibt, das Eine vom Anderen unterscheiden und verstehen zu lernen:

Rejoinder to Millar and Kruk (2014): Who Assumes the Burden of Proof When There’s No Neutral Null Hypothesis? Robert E. Emery and Samantha L. Tornello

We welcome the chance to respond to Millar and Kruk’s (2014) comment primarily because this gives us an opportunity to expand on an issue that we think deserves broader consideration: Where does the burden of proof lie when there is no neutral null hypothesis? Tests of statistical significance continue to rely on the null hypothesis testing premise. Scientists do not reject the null hypothesis unless statistically significant (p < .05) support is found for some alternative. But the null hypothesis is not empty substantively when one is addressing many questions of interest to social scientists. This includes the topic of our research: whether frequent overnights in both mothers’ and fathers’ households are beneficial or harmful to very young children (Tornello et al., 2013). As a result, advocates of one position or the other often try to capture the null hypothesis, shifting the burden of proof on to the other side. Millar and Kruk do precisely this in their comment, as they have attempted to do elsewhere (e.g., Kruk, 2012; Millar, 2009). They say, “Thus, we should have the expectation that, absent evidence to the contrary, visitation and attachment to a father will, on average, be in children’s best interests” (p. xx). We suggest that Millar and Kruk are free to advocate for this position on any ground they wish, except for one: the weight of scientific evidence. Before elaborating, we summarize our study and discuss several questionable and simply wrong assertions made in the Millar and Kruk commentary.

Vehement debates have erupted among child custody experts and advocates about whether it is potentially harmful or beneficial for very young children to spend frequent overnights away from the residential parent with their nonresident parent, typically overnights spent with a father away from a mother (e.g., Lamb & Kelly, 2001; Sroufe & McIntosh, 2011). To date, arguments have been based largely on interpretations of attachment theory or studies of attachment security in relation to other topics (e.g., child care). With only three, limited prior studies on the specific issue, we conducted a secondary analysis using the Fragile Families data set, which had the advantages of including (a) a representative sample (albeit only of 20 major U.S. cities with a population over 200,000), (b) measures of overnight contact and attachment security (assessments rarely obtained in large-scale demographic studies), and (c) data collected for the purposes other than testing a highly charged issue that might be influenced by experimenter bias. Our own interpretation of attachment theory, research, and clinical experience led us to hypothesize that frequent overnights would, in fact, predict an increased risk for attachment insecurity among infants and toddlers.

Consistent with our hypothesis, a statistically significant univariate analysis found that attachment insecurity was highest among infants (birth to age 1) who had frequent overnights with their nonresident parents (43% insecure) compared to infants with some overnights (16% insecure) or day contact only (25% insecure). Of course, families were not randomly assigned to contact groups, so we used multivariate analyses to control for multiple, potentially relevant selection variables (while noting throughout that correlation does not mean causation). In this analysis, the comparison between the frequent- and some-overnights groups remained statistically significant in the predicted direction (frequent overnights were associated with higher rates of attachment insecurity), even though fathers in the frequent-overnights group were rated by mothers as being better fathers and as having a better relationship with the mother.

In their critique, Millar and Kruk reiterate some methodological limitations of our research, make two clear misstatements in interpreting statistical results, and repeatedly misrepresent how we presented our findings. Let us address each of these issues.

We do not object to Millar and Kruk’s methodological concerns about our study. We raised the same points (and more) in the original article when discussing several inevitable limitations on our research. We do find it interesting, however, that Millar and Kruk worry about methodology in regard to our predicted results regarding attachment insecurity, but they do not appear similarly concerned about our one finding that is consistent with their advocacy position. In an exploratory analysis, we found that frequent overnights during the second and third years of life were associated with more positive behavior rated at age 5. We analyzed and discussed this finding, which is, to our knowledge, the first and only direct research evidence linking frequent overnights for children age 3 or younger with a positive outcome. We were cautious about interpreting the result, however, because it was one of 28 separate exploratory analyses and the only statistically significant one. (One in 20 should be significant by chance.) Despite their concerns about methodology and our hypothesized attachment results (where one of two tests was statistically significant and the other, though not significant, also was in the predicted direction), in their conclusion about our study’s findings, Millar and Kruk say, “If there were no difference in 13 of 14 outcomes, it would be more consistent with the evidence to report that variation in contact did not generally affect children’s adjustment, except, perhaps, positively” (p. xx).

This brings us to Millar and Kruk’s first error in interpreting/describing our statistics. They state that we found no significant results for 13 of 14 outcome measures, but our exploratory analyses actually were not significant for 27 of 28 tests. (7 measures × 2 assessments [age 3, age 5] × 2 overnight periods [infancy, toddlerhood] = 28.) Their “13 of 14” number also omits our hypothesized, significant finding for an eighth measure: attachment insecurity. Of course, finding statistically significant results to support a hypothesized finding is very different from picking one significant correlation out of a data table.

In their second error concerning statistics, Millar and Kruk misinterpret the multivariate findings regarding attachment insecurity in Table 5 in our paper. They say, “the logistic regression model in Table 5 shows that frequent overnight visits reduce attachment insecurity relative to some overnights, a finding directly contradicting the hypothesis and statements by the authors” (p. xx). In fact, Table 5 shows consistent, statistically significant differences between frequent overnights and some overnights in predicting attachment security in the hypothesized direction across three different models (each introducing more controls), completely consistent with the univariate analysis. For the most complex model, the odds ratio of secure/insecure attachment was 5.62 greater given some overnights (the numerator) than given frequent overnights (the denominator; p < .05; for overnights during the first year of life).

To be fair, the title of Table 5—“Predicting Attachment Insecurity”—is confusing. Attachmentinsecurity was our substantive interest, but higher odds ratios in Table 5 actually indicate greater attachment security in a given target group relative to the reference group of frequent overnights. A clearer title would have been, “Predicting Attachment Security.” Still, Millar and Kruk could have double-checked with us about the correct interpretation, which we would have offered while acknowledging our poor wording. Instead, they chose to believe the univariate findings were completely reversed in multivariate analyses and that we misrepresented the multivariate findings throughout the article. Again, both the univariate and multivariate analysis found significantly more attachment insecurity in the frequent-overnights group, with the multivariate analysis pinpointing significant differences to the frequent- versus some-overnight comparison. We correctly interpreted these results throughout our article.

Millar and Kruk also complain that we did not include nonresident fathers who had no contact with their children in our analyses, and they wrongly claim that our analyses in Table 3 excluded the no-contact group while our analyses in Table 5 included this group. In reality, Table 3 and Table 5 are based on identical contact categories, both excluding the no-contact group. As we noted in our article, the relatively frequently studied issue of no contact (vs. some involvement) is categorically different from the rarely studied issue of frequent overnights (vs. less frequent overnights/day contact only). We chose to include the no-contact group for descriptive statistics, so the reader would have a complete understanding of the sample, but we did not include this grouping when predicting attachment insecurity because (a) the comparison of theoretical interest is between frequent overnights and less frequent overnights/day contact only; (b) none of the three previous studies of this topic included a no-contact group; and (c) no one involved in child custody decisions wants to encourage no contact between very young children and their nonresident parents, except perhaps in cases of terribly extreme abuse.

We conclude by returning to the issue of the burden of proof when there is no neutral null hypothesis. In this regard, Millar and Kruk make their position clear (as quoted earlier). They suggest that our position is clear too, and write about our article, “Tornello et al. argued that the burden of proof for allowing frequent overnight access or visitation to young children should be on those who wish this to occur; that is, that, in the absence of evidence for the benefit of this practice, it should not be considered in children’s best interests” (p. xx). In reality, this is what we wrote:

We do not know where the burden of proof should lie in the present debate, but we do think it is important to call attention to this general issue as well as the box score. To date, we know of no research showing that frequent overnights are associated with better adjustment among very young children (under age 4) other than one result we report here. On the other hand, the present investigation is the third of four studies of the topic that show some evidence of increased insecurity among very young children who have frequent overnights, perhaps particularly in the face of parental conflict (McIntosh, Smyth, Kelaher, Wells, & Long, 2010;Solomon & George, 1999). Although no study, including this one, has shown that frequent overnights with the nonresident parent causes [italics added] greater attachment insecurity, the onus for showing otherwise may be shifting with growing empirical findings. (p. 882)

Millar and Kruk employ a common rhetorical tactic: They try to capture the null hypothesis for the position they advocate. Although such efforts to shift the burden of proof on to one’s opponents are commonly recognized in legal debates, surprisingly the issue is rarely discussed in relation to all kinds of scientific topics where there is no neutral null hypothesis. We are glad to have a second opportunity to point to the importance of this issue. The first was in our original article.

The strong language of advocacy can be more convincing rhetorically than the cautious language of science. We put our faith in science, which is why we conduct research.

References Kruk E. Arguments for an equal parental responsibility presumption in contested child custody. The American Journal of Family Therapy. 2012;40:33–55. Lamb ME, Kelly JB. Using the empirical literature to guide the development of parenting plans for young children. Family Court Review. 2001;39:365–371. McIntosh J, Smyth B, Kelaher M, Wells Y, Long C. Post-separation parenting arrangements and developmental outcomes for infants and children. Canberra, Australia: Attorney General’s Department; 2010. Millar P. The best interests of children: An evidence-based approach. Toronto, Ontario, Canada: University of Toronto Press; 2009. Millar P, Kruk E. Maternal attachment, paternal overnight contact, and very young children’s adjustment: A re-examination. Journal of Marriage and Family. 2014;76 xxx-xxx. Solomon J, George C. The development of attachment in separated and divorced families: Effects of overnight visitation, parent and couple variables. Attachment & Human Development. 1999;1:2–33. [PubMed] Sroufe A, McIntosh J. Divorce and attachment relationships: The longitudinal journey.Family Court Review. 2011;49:464–473. Tornello SL, Emery R, Rowen J, Potter D, Ocker B, Xu Y. Overnight custody arrangements, attachment, and adjustment among very young children. Journal of Marriage and Family. 2013;75:871–885. [PMC free article] [PubMed]

Mit freundlichen Grüßen

 

GekauftesKofferkind

 

Carola Fuchs: Interview mit VAMV Vorsitzender Ba-Wü Rösiger

WELCHE AUSWIRKUNGEN HABEN DIE GESETZESREFORMEN IM FAMILIENRECHT FÜR ALLEINERZIEHENDE?

Als ich „Mama zwischen Sorge und Recht“ schrieb, dachte ich, dass ich die Einzige sei, die in eine so aberwitzige Situation geraten war.
Ich dachte, dass mein Buch – wenn überhaupt – zur Unterhaltung gelesen werden würde, einfach weil es spannend ist, in ein fremdes Schicksal einzutauchen, mitzufiebern, mitzuleiden und mitzulachen.

Doch dann schrieben mir sehr viele Leserinnen von ganz ähnlichen und noch schlimmeren Erfahrungen, so dass ich ins Grübeln kam, ob sich die Gesetzesreformen tatsächlich zum Wohle der Kinder auswirken. Denn so waren sie eigentlich gedacht.
Zu ihren Erfahrungen aus der Praxis habe ich Brigitte Rösiger vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) befragt.

weiter hier:

Interview mit Brigitte Rösiger – VAMV Baden-Württemberg

 

 

Kreissägen für Kreißsäle

Am 22.6.2016 fand eine Sitzung der parlamentarischen Versammlung des Europarates in Straßburg statt, bei der die Resolution 2079 durch den Zusatz 2079a erweitert wurde. Alle Mitgliedsstaaten wurden aufgefordert, die Zerteilung von Trennungskindern durch beide Elternteile als bevorzugtes anzunehmendes Modell im Gesetz zu verankern. Innerhalb der Familie muss die Gleichstellung von Eltern gewährleistet und gefördert werden, von dem Moment an, in dem das Kind auf die Welt kommt. Daher werden ab Januar 2017 auf Wunsch des Europarats alle frisch gebackenen Eltern neben dem Alete-Willkommenspaket kostenlos eine Kreissäge der Firma Bosch (Bosch Professional GKS 190 Handkreissäge mit 1 Sägeblatt 190 mm, 70 mm Schnitttiefe, 1.400 W) erhalten. Dieses Werkzeug ist rostfrei und kann bis zu 15 jahre nach der Entbindung im Falle der Trennung zum Einsatz gebracht werden. Die finanziellen Mittel stellt der Verein „Elternaufbruch für das zerteilte Kind“ zur Verfügung.

Die Resolution 2079a wurde nach einem Hearing des „Elternaufbruchs für das zerteilte Kind“ mit 46 Stimmen dafür: 0 Gegenstimmen und 2 Abwesenden einstimmig verabschiedet und soll bis zum Jahresende von den Mitgliedsstaaten ratifiziert werden.

Evi Lamert

Sega circolare

Carola Fuchs: Das schwarze Loch

Aktenzeichen XY gelöst: Die Istanbul-Konvention

„Was soll eine Frau tun, wenn ihr Familienleben von körperlicher oder psychischer Gewalt geprägt ist?

Richtig, sie sollte sich so schnell wie möglich trennen.
Doch leider beginnen die wirklich großen Probleme genau dann. Denn jetzt muss der Umgang mit den Kindern geregelt werden.
Klar müssen die Kinder geschützt werden, aber das Elternrecht, sprich das Recht des getrennt lebenden Elternteils auf Umgang, spielt auch eine große Rolle.“

weiter hier:

Das Schwarze Loch

Schwarzes Loch

L’Obs: Résidence alternée: „Les jeunes enfants en souffrent“

http://tempsreel.nouvelobs.com/societe/20140516.OBS7497/residence-alternee-les-jeunes-enfants-en-souffrent.html

Ungefähre Übersetzung:

Ärzte , Kinderärzte , Psychiater, Kind -Profis : 4.400 von ihnen haben eine Petition an die Abgeordneten geschickt, um dem paritätischen Wechselmodell entgegenzutreten. Ein Betreuungsmodus, für derzeit 17 % der Kinder unter 5 Jahren , deren Eltern getrennt sind [in Frankreich durchgeführt wird]…. Mit Ausnahme einer freiwilligen Vereinbarung von beiden Eltern wird in der Petition der Kinderpsychiater ein „vollständiges Verbot der geteilten 50/50 Betreuungszeit für Kinder unter sechs Jahren“  gefordert. Für Maurice Berger, Abteilung Psychiatrie …im Krankenhaus von Saint-Etienne und Petenten stellt der wechselnde Wohnsitz ein Risiko für die Entwicklung des Kindes dar.

Interview…

Q: Wurden Sie als Kinderpsychiater jemals mit Kindern mit wechselnden Wohnsitz konfrontiert?

A: Ja, in der Beratung, sehen wir eine Menge von kleinen Kindern im paritätischen Wechselmodell, die sehr schlecht leben. Sie stellen etwa 20 bis 25% der Kinder dar, die uns privat konsultieren. Sie haben Schwierigkeiten beim Einschlafen, sind ängstlich, klammern sich an ihre Mutter. Man fühlt sich wirklich hilflos. Wie wir wissen, dass es diesen Kindern im Wechselmodell schlecht geht? Mehrere Studien belegen es. Die Forschung in Frankreich zu diesem Thema zeigt, dass bei diesen Kindern, die Symptome dann aufhören, wenn das Wechseln der Wohnsitze aufhört.

Eine australische Studie von mehr als 2.000 Kinder bewies dies bezüglich der Wechsel-Betreuung von jüngeren Kindern. Das australische Gebiet ist so groß, dass Kinder manchmal 3 oder 4 Stunden Flug zwischen den beiden Häusern haben! In dieser Studie, erkennen wir, dass diese Kinder unter folgenden Symptomen leiden: Schlafstörungen, Asthma, rezidivierendes Weinen und Trennungsängste. Später leiden sie oft an Hyperaktivität und Ängste bestehen weiter, während bei Kindern, die in einer Grundunterkunft bei einem Elternteil leben, diese Symptome abklingen.

Q: Das Argument derer, die das Wechselmodell verteidigen, ist, dass es um das Kindeswohl geht. Ist es nicht paradox?

A: Alle Beteiligten sagen, dass sie am Kindeswohl interessiert sind, bei jeder Gelegenheit. Wenn ein Vater auf seine Rechte pocht, sagte er, dass es im Interesse des Kindes ist. Ich habe die Änderung des Gesetzes von 2007 unterschrieben zur Reform des Kinderschutzes und dort gibt es eine sehr genaue Definition des Kindeswohls: Es handelt sich um das körperliche, geistige, soziale und emotionale Wohl.

Es wird auch in der Internationelen Erklärung zu den Kinderrechten im Prinzip 2 gesagt: Das Gesetz muss alles tun, damit sich das Kind auf eine gesunde und normale Weise entwickeln kann. Das Kind muss geschützt werden, um sicherzustellen, dass seine Bedürfnisse erfüllt werden. Kinder unter 4 Jahren, zum Beispiel, müssen eine beruhigende Bindungsperson haben, eine Person, die ihnen ein Gefühl der Sicherheit gibt. Das bedeutet nicht, dass sie ein Elternteil mehr als das andere mögen, aber es ist der eine feste, stabile Elternteil. Deshalb wollen kleine Kinder das Wechselmodell oft nicht.

Q: Der Gesetzentwurf zum Wechselmodell soll die Bindung an beide Elternteile fördern. Sehen Sie einen Weg, das Wechselmodell auf Der Gesetzentwurf soll ein „doppel Residenz“ zu etablieren Kinder zu verbinden beide an ihren Vater und ihre Mutter. Sehen Sie einen Weg, das Wechselmodell – wenn auch auf Umwegen – zu fördern ?

A: In diesem Punkt ist die Rechnung mehr als irreführend. Im Wechselmodell sind alle Punkte Streitpunkte: man fragt sich, „warum eine solche Schule“? Warum dieser Kinderarzt ?“. Alles wird ein Konflikt sein. Aber vor allem, wenn man die Begründung liest, stellt man fest, dass das Projekt des Wechselmodells als „fair“ bezeichnet wird, es wird von „ausgewogenen Beziehungen“ gesprochen. Es wird auch angegeben, dass nun das Besuchsrecht eines Elternteils nicht mehr weniger Umgangszeit als die Zeit des anderen Elternteis mit dem Kind ist….Die Idee ist immer die Gleiche: wir sprechen hier von alternierenden Wohnsitz, ohne es beim Namen zu nennen. ….

Q: Gemäß Ihrer Petition soll das Wechselmodell für Kinder unter 6 Jahren untersagt werden. Dies bedeutet, dass ab diesem Alter das Wechselmodell ein gutes Modell ist ?

A: Wir wissen, dass vor Ablauf von 6 Jahren viele Kinder das Wechseln des Wohnsitzes als wiederholten Verlust von Menschen und Orten empfinden , sie fühlen es wie z.B. Traumata, sie brauchen mehr Stabilität. Ab 6 Jahren ist das Wechselmodell besser verträglich , wenn es flexibel ist, obwohl mehrere Studien zeigen, dass auch ältere Kinder (ab 6 Jahren) es bevorzugen, mit einem alleinerziehenden Elternteil zu leben. Auch Jugendliche sagen, dass sie sich darauf freuen, erwachsen zu sein, damit sie das Wechselmodell nicht weiter leben müssen. Aber wir können nicht in allen Bereichen tätig sein. Zuerst versuchen wir, die kleineren Kinder zu schützen, weil die Störungen dieser Kinder können wir nicht behandeln .

Q: Die Befürworter des Wechselmodells sagen, dass es das Gesetz der Elternrechte ausgewogener gestalten wird und die Eltern-Kind-Beziehungen verbessern wird. Sehen Sie das nicht so ?

A: Die Elternrechte sind bereits Gesetz….. Elternrechte sind bereits rigoros dem Shared-Hosting unterworfen, oder nicht ? Studien haben gezeigt: Die Vater-Kind-Beziehung wird nicht dadurch verbessert, dass sich beide öfter sehen. Was zählt ist Qualität, nicht Quantität. Wenn eine gute Beziehung zum Vater besteht, so wird das Kind dann mehr Zeit mit ihm verbringen wollen. Wenn wir über die Eltern-Kind-Beziehungen sprechen, neigen wir auch dazu zu vergessen, dass die Beziehung mit dem Vater und der Mutter nicht die gleiche ist: der Vater und die Mutter haben nicht die gleiche Art von Beziehung zu ihrem Kind, die Mutter ist oft der sicherere Hafen, ein beruhigendes Momentum. Das ist genau, was ein kleines Kind zur Entwicklung braucht.

Q: Wie kann man ohne das Wechselmodell verhindern, dass einige Väter von den Kindern entfremdet werden ?

A: Ein „Prinzip der Progressivität“ wurde bereits früher vorgeschlagen. Dies ist bereits von mehreren Gerichten im Falle von Konfliktsituationen verwendet worden, aber es kann auch auf andere Situationen flexibel angepasst werden. Das Prinzip ist, dass, wenn das Sorgerecht einem Elternteil gewährt wird, der andere Elternteil ein Recht auf häufigen und progressiven Umgang hat: wir beginnen mit einem halben Tag und einer Nacht, dann ein Wochenende und möglicherweise dann Wechselmodell. Dies ermöglicht es dem Kind sich sicher zu fühlen, besser zu leben.

Man muss bedenken, dass „Kran-Väter“ eine Minderheit darstellt. Die überwiegende Mehrheit der Väter will keinen Umgang mit dem Kind. Offensichtlich leiden sie, aber sie wissen, dass es das Beste für ihr Kind ist, ihre Beziehung zu ihrem Sohn oder Tochter wird dadurch noch besser. Der Punkt ist wirklich, dass die Unterbringung für das Kind gemacht wird, und nicht um die Wünsche der Eltern zu erfüllen.

Wikipedia 15 Hannover Torte

Jochen König: Plötzlich Vater ?

„Es fällt auf, dass die Kämpfe um Gleichberechtigung in Bezug auf das Kind für viele Väter erst nach der Trennung der Mutter beginnt. Worum geht es ihnen wirklich? Und was können Väter besser machen? Darüber hat Jochen König, Vater von zwei Töchtern, in der aktuellen Juli/August EMMA für einen Schwerpunkt über Alleinerziehende geschrieben.“

Weiter hier:
http://www.emma.de/artikel/ploetzlich-vater-332789