Mütter protestieren gegen BGH Urteil zum Wechselmodell !

Sehr geehrte Richter,

Hiermit möchte ich im Namen vieler Mütter entschieden dagegen protestieren, dass ein Wechselmodell gerichtlich gegen den Willen eines Elternteils angeordnet werden kann.

Begründung:

Die Einteilung des Lebens eines Kindes in zwei Hälften zur Befriedigung der Eigentumsinteressen der Eltern an der Lebenszeit des Kindes hat für den Alltag und die Gesundheit des Kindes weitreichende Folgen. Um einen derartigen Einschnitt in der Lebensqualität eines Kindes überhaupt rechtfertigen zu können, bedarf es eines höchst sensiblen, maximal konfliktarmen Umganges beider Eltern miteinander. Selbst dann sind diese Kinder in ihrem Alltag stark beeinträchtigt.

Wenn das Wechselmodell gegen den Willen der Eltern hingegen angeordnet wird, übersteigen die Belastungen, die ein als Faustpfand zwischen den Konflikt der Eltern geschobenes Kind aushalten muss, bei weitem die Vorteile, die ein solches Modell auch mit sich bringen kann.

Diese Erfahrungen mussten in letzter Zeit unzählige Familien machen, die durch den massiven Druck der Väterrechtsverbände in der Öffentlichkeit ohne Sinn und Verstand zu einem Wechselmodell genötigt wurden.

Ihre Entscheidung setzt Anreize für mitglieder von Väterrechtsnetzwerken, in Zukunft massiv Umgangsverfahren zu führen und wird deshalb in den sozialen Netzwerken der Väterrechtsverbände grandios gefeiert.
Der klageführende Vater soll nach Aussage einiger Mitglieder von VoR Mitglied bei „Väter ohne Rechte“ sein.

Ich fordere Sie hiermit dringend auf, in der Öffentlichkeit in aller Deutlichkeit und Vehemenz klar zu stellen, dass das Recht des Kindes auf ein gesundes Aufwachsen entschieden Vorrang vor den Elterninteressen haben muss.

Eindringlich bitte ich Sie darum, Kontakt mit Familien aufzunehmen, deren Kinder in erzwungenen Wechselmodellen schwer krank geworden sind. Es handelt sich dabei u.a. um folgende Erkrankungen: Enuresis, Depressionen, Schlafstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Essstörungen, Burnouterkrankungen. Die Erkrankungen verlaufen teilweise so schwer, dass intensivmedizinische Behandlungen nötig werden oder die Schule abgebrochen werden muss. Bei Beendigung des Wechselmodells verschwinden diese Erkrankungen.

Eine Befragung der betroffenen Kinder ist in der Regel NICHT möglich, weil diese Kinder unter einem doppelten Koalitionsdruck leiden und daher nicht äußern können, wenn sie das Wechseln nicht aushalten. Insofern trägt Ihre Entscheidung auch nicht zum Schutz der Kinder vor Krankheit bei, sondern zementiert allenfalls den Koalitionsdruck, sollte es zu einem gerichtlich angeordneten Zwangswechselmodell kommen.

Voller Unverständnis nehme ich zur Kenntnis, dass offenbar keiner der an solchen Entscheidungen beteiligten Erwachsenen dazu in der Lage ist, sich vorzustellen, wie ER sich fühlen würde, wenn er 7/8 seiner gesamten Lebenszeit unter Zwang wechselweise in zwei verschiedenen Wohnungen leben müsste, ohne dass er irgendwo richtig dazugehören darf.

Ich möchte eindrücklich dazu auffordern, dass die Fehler, die in den letzten Jahren in der von neoliberalistisch geprägtem Denken geprägten Familienpolitik in einigen europäischen Ländern gemacht wurden, nicht auch in Deutschland gemacht werden.

Eine Mutter

http://www.einzuhausefuerkinder.com/

Iustitia

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2 Gedanken zu “Mütter protestieren gegen BGH Urteil zum Wechselmodell !

  1. Ich als Alleinerziehende bin absolut gegen das gerichtlich erzwungene WM.
    Sowieso gegen das Familienrecht, welches es inzwischen unmöglich macht, in Ruhe zu leben.
    Unser Familienrecht grenzt inzwischen schon an gesetzlich geförderte Zuhälterei, da man in jedem Lebensbereich wirksam beschnitten und drangsaliert wird.

    Trotzdem bleibt hier zu sagen, daß es nicht nur die Väter sind, die an den Kindern zerren.
    Die Mütter lassen auch nicht los, wenn sie sehen, daß das Kind zerrieben wird.

    Es ist auch ein legitimer Ansatz das Kind beim Vater wohnen zu lassen und als Mutter den Umgangselternteil zu machen.

    Wenn das Kindeswohl wirklich im Vordergrund steht, lässt eine echte Mutter das Kind nicht wie oben genannt so derartig vor die Hunde gehen.
    Im Zweifel muss Frau sich dann raus nehmen.

    Nichtsdestotrotz bin ich nur noch darüber entsetzt, was sich in diesem System so tut und etabliert.
    Es geht nämlich schon lange nicht mehr ums Kind, sondern nur noch um die Durchsetzung von Rechten.
    Auf beiden Seiten.

  2. Gibt es eine Möglichkeit, eine Petition gegen das kindeswohlfeindliche Urteil des BGH zum Wechselmodell auf den Weg zu bringen, ggf. auch die Ausführungen von Isabell Haus anzufügen? Weiß jemand, wie das funktioniert?

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