Billi Miller: Wechselmodell per Zwang manifestiert patriarchale Strukturen und ist absolut frauenfeindlich

Das Wechselmodell per Zwang manifestiert patriarchale Strukturen und ist in vielen Fällen absolut frauenfeindlich.
Vor einigen Tagen hatte ich ein Treffen mit einigen vom Zwangswechselmodell betroffenen Müttern.
Die Mehrzahl dieser vom Gericht festgelegten oder durch Nötigung auf dem Jugendamt oder im Gerichtssaal zustandekommenen Modelle funktioniert für diese Frauen folgendermaßen:
1. Die Frauen haben innerhalb der Beziehung die Hauptlast der Carearbeit geleistet und beruflich zurückgesteckt.
2. Nach der Trennung wurde ihnen entweder Bindungsintoleranz angedichtet, oder ihnen wurde vorgeworfen, dass sie Partnerschaftsgewalt thematisiert haben.
3. Gutachter oder Verfahrensbeistände, die von Väterverbänden ausgebildet wurden oder von Institutionen, die mit Väterverbänden zusammenarbeiteten, setzten diese Frauen unter Druck, u.a. mit Begründungen wie: Wer Partnerschaftsgewalt thematisiert, ist PER SE bindungsintolerant, oder: Wer das Wechselmodell ablehnt, ist PER SE bindungsintolerant.
4. Die Folge: Diese Frauen wurden in ein Wechselmodell gepresst, mit der Drohung: „Wenn Sie dem Wechselmodell nicht zustimmen, verlieren Sie das ABR.“ Manche Gerichte haben aufgrund aggressiver Väterpropaganda einfach ohne zu prüfen das Wechselmodell angeordnet. Dagegen vorgehen können die betroffenen Frauen nicht, weil sie entweder kein Geld oder keine Kraft haben, ein erneutes Umgangsverfahren zu führen, oder weil sie die Kinder schützen möchten, die in den meisten Fällen unter extremem Druck stehen und der Meinung sind, es „müsse gerecht sein zwischen den Eltern.“ Die meisten der betroffenen Kinder sind der Auffassung, dass sie für die Gerechtigkeit zwischen den Eltern die Verantwortung tragen und ihre Lebenszeit gerecht zwischen den Eltern aufteilen müssen.
Diese Modelle gestalten sich für die betroffenen Frauen wie folgt:
a) Die Frauen haben oft nur einen Halbtagsjob oder eine andere minderbezahlte Tätigkeit.
b) Die Arbeitgeber sind meist nicht flexibel oder wirtschaftlich gesehen nicht so leistungsstark, dass sie das Arbeitsvolumen für die betroffenen Frauen ausweiten könnten.
c) Die Frauen können den Beruf nicht wechseln. Sie sind durch die festgelegten Wechselzeiten und das Kekettetsein an den Wohnort z.T. komplett handlungsunfähig.
d) Die Frauen erhalten keine unterhaltsrechtlichen Ausgleichszahlungen.
e) Ein Unterhaltsverfahren können sich diese Frauen nicht leisten.
f) Von den Jugendämtern werden die Frauen in der Frage der unterhaltsrechtlichen Ausgleichszahlungen nicht unterstützt.
g) Die Festkosten für die Kinder wie Hort-oder Kitagebühren, Essengeld, Kosten für Hobbys etc. tragen diese Frauen oft ganz allein. Damit sich der Vater beteiligt, müssten sie in den hochstrittigen Situationen ein Verfahren führen, das sie sich aber nicht leisten können.
h) Die Kinder werden in der Papa-Zeit häufig von den neuen Partnerinnen der Väter oder in der Ganztagsbetreuung statt vom Vater betreut.
i) Die Mütter sitzen dann mit ihrem Halbtagsjob und der Armut zu Hause und dürfen die Kinder nicht sehen.
k) Die Kinder haben oft Sehnsucht nach der Mutter, da diese ja ehemals die Hauptbindungsperson war. Sie dürfen die Mutter jedoch nicht sehen und sollen statt dessen in die Ganztagsbetreuung. Vielen Kindern wird der Kontakt zur Mutter, ihrer ehemaligen Hauptbezugsperson, in der Betreuungszeit des Vaters untersagt.
Alles in allem: Eine zutiefst kinder- und frauenfeindliche Situation.

Weiblicher studienkopf

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