Hass und Solidarität – „Allein, alleiner, alleinerziehend“ — JOCHEN KÖNIG

Schon vor einiger Zeit habe ich Christine Finkes Buch „Allein, alleiner, alleinerziehend. Wie die Gesellschaft uns verrät und unsere Kinder im Stich lässt“ gelesen. Aus aktuellem Anlass möchte ich an dieser Stelle sowohl das Buch als auch Christines Blog „Mama arbeitet“ nachdrücklich empfehlen. Christine schreibt über ihr Leben als alleinerziehende Mutter mit drei Kindern und…

über Hass und Solidarität – „Allein, alleiner, alleinerziehend“ — JOCHEN KÖNIG

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ZEIT: Alleinerziehend – Nur nicht abrutschen

„Sie war die beste Kundin der Kleiderkammer. Sie kannte jeden Secondhandladen. Wenn es unter den Kleinanzeigen „zu verschenken“ hieß, griff sie als Erste zum Telefon. „Meine Kinder haben gebrauchte Ein-Euro-Pullover getragen. Bis zu ihrem siebten Lebensjahr konnten wir uns keine neuen Kleider leisten und nie ein neues Spielzeug“, erzählt Nicola Müller*. Die 44-Jährige sorgt seit der Trennung von ihrem früheren Partner allein für die gemeinsamen beiden Kinder. Als berufstätige und alleinerziehende Mutter eines Sohnes und einer Tochter war es schon schwer genug, ein normales Leben zu führen und Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Als alleinerziehende Mutter, die nie einen Cent Unterhalt für ihre Kinder bekommen hat, war es ungleich schwerer, nicht zu verarmen. Und das, obwohl sie Vollzeit in einer Führungsposition arbeitet und eine Niederlassung einer Teilzeitfirma leitet. Damit das Geld reicht, besserte sie lange Zeit ihr Gehalt am Wochenende mit Nebenjobs auf. “

weiter hier:

http://www.zeit.de/karriere/2016-04/alleinerziehend-eltern-unterhalt-armut/seite-2

 

Compact Online: Grausame Hartz IV Reform gegen Alleinerziehende

Grausame Hartz-IV-Reform: Alleinerziehenden Müttern das Geld kürzen!

Störenfriedas: Ich.bin.alleinerziehend

„In der letzten Zeit wird viel über Stigma geredet. Prostituierte haben eins, Flüchtlinge auch. Stigma ist scheiße. Es ist ein unsichtbares Gefängnis, eine Fessel, die dich in einer bestimmten, besonders unangenehmen Ecke der Gesellschaft festhält und nicht entkommen lässt.  Knapp 2,5 Millionen Frauen (ja, Frauen, denn sie machen über 90 Prozent der Alleinerziehenden aus, Tendenz steigend) in Deutschland sind alleinerziehend. Das Stigma, das sie erleben, ist so vielfältig und von so vielen Diskriminierungen durchmischt, dass es notwendig ist, es in seine Einzelteile zu zerlegen, um es in all seiner Drastigkeit zu verstehen.

Du.bist.nicht.gut.genug

Jüngst musste ich mit meiner Tochter, die bald eingeschult wird, zur sogenannten „Sprachstands-Feststellung“. Da wurden dem Kind sinnlose Fragen gestellt, um festzustellen, ob es auch ja deutsch spricht oder die Farben auseinander halten konnte. Es ist zugleich aber auch ein ziemlich offenkundiges Abklopfen von Familienverhältnissen. „Und“, fragte die nette Tante Lehrerin meine Tochter. „Spielst du denn auch manchmal mit deinem Papi?“ Meine fünfjährige Tochter blickte sie ganz ruhig an und antwortete: „Ich habe keinen Vater. Der wohnt woanders und hat eine neue Familie.“ „Oh“, kam es in süßlichem Ton zurück, erfreut, so in das Schwarze getroffen zu haben. „Das ist aber traurig.“ „Finde ich nicht“, entgegnete meine Tochter. „Mein Vater ist nämlich bescheuert. Weil er bei einer Frau wohnt, die mich nicht mag.“ An der Stelle schritt ich ein und sagte: „Sie kennt dich ja gar nicht. Was sie nicht mag, ist, dass er von ihr weg ist.“ Meine Tochter nickt, als würde sie das ganze Abgründige an dieser Aussage verstehen. Die Lehrerin mustert mich. Immerhin hatte ich mitten am Tag Zeit zu diesem Termin zu kommen. Ob ich wohl von Hartz IV lebe? Ich erwidere ihren Blick. Ich kann ohnehin nicht ändern, was sie denkt. Die Schublade hat sich geschlossen. Ich bin eine Frau, der es nicht gelungen ist, meinen Partner bei mir zu halten. Ich habe das meinem Kind angetan. Vermutlich bin ich eine fürchterliche Person, die es dem Vater UNMÖGLICH gemacht hat, bei seinem Kind zu sein. Oder promiskuitiv. Oder beides. Jedenfalls hat er der Vater keine Schuld. Niemals.“

weiter hier: http://diestoerenfriedas.de/ich-bin-alleinerziehend/#comment-10847

 

Was Single Müttern Kindern mitbringen

…was starke Single-Mütter ihren Kindern fürs Leben mitgeben

 

Gedanken zur täglichen Arbeitsroutine

….muss jetzt jedoch wieder arbeiten, da ich leider nicht meine Zeit mit Nägellackieren (FAZ, Rezension Ian McEwan „Kindeswohl“) zwischen Golfplatz und Luxusspa (Blüm „Einspruch“) vertue, sondern dummerweise ein Kind, diverse Verfahrensbeistände, Umgangspfleger, Anwälte, Gutachter, Mediatoren, Elternberatungsstellen und meine Wenigkeit durchbringen muss. Da frage ich mich doch fast: „Sind Mütter eigentlich nicht die besseren Väter?“

 

Shivas Kinder - 0106

Alleinerziehende Mutter an das Finanzamt

„Liebes Finanzamt,

ich finde es als alleinerziehende Mutter wirklich sehr interessant, dass sich die Beamten anscheinend bei säumigen Rundfunkgebührenzahlern (vormals GEZ)
stark einsetzen um die offenen Forderungen einzutreiben:

https://jungefreiheit.de/kultur/medien/2015/finanzamt-droht-beatrix-von-storch-mit-haft/

Sogar mit Haft soll da gedroht worden sein.

Wenn man sich die Situation der alleinerziehenden Mütter hingehen anschaut, die keinen oder viel zu wenig Unterhalt für ihre Kinder bekommen,muss man sich fragen, warum der Staat in diesen Fällen nichts unternimmt.

In einer Broschüre des Bundesministeriums für „Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ findet man folgende erschreckende Statistik:
Es zahlen hier zB 30% aller Unterhaltsverpflichteten gar keinen Unterhalt.Im Osten sind es sogar ganze 37%.

In Deutschland leben rund 1,6 Millionen Alleinerziehende mit insgesamt 2,2 Millionen minderjährigen Kindern (Quellen (Auszug): Statistisches Bundesamt (2010): Alleinerziehende in Deutschland. Ergebnisse des Mikrozensus 2009. Wiesbaden)

41% aller Einelternfamilien beziehen Leistungen nach dem SGB II, das sind 641.000 Alleinerziehendenhaushalte mit insgesamt etwa einer Million Kindern.

In jedem Armutsbericht taucht die Gruppe der Alleinerziehenden im vorderen Feld auf.

Und um nun auf die Ausgangssituation zurück zu kommen….

Warum treibt das Finanzamt einer Institution, die alleine 2014 1,2 Milliarden Euro Überschuss erwirtschaftete, Gebühren ein, lässt aber armutsgefährdete Familien im Regen stehen? Da dieser Umstand sicher nicht nur mir aufgefallen ist, sondern auch den verantwortlichen Behörden, wird es einfach beabsichtig sein.

Die Mütter in diesem Land haben eben nicht die gleiche Lobby wie die hochrangigen Intendanten der öffentlich-rechtlichen Anstalten.

Die säumigen Unterhaltszahler belasten die Staatskassen immens durch ergänzende Leistungen nach SBG II, Unterhaltsvorschuss und andere Hilfen.

Das geht uns alle an.“

P money grey

Mama Berlin: Warum noch viel zu tun ist

„Heute muss ich mal Dampf ablassen. Ich wurde vom LOB-Magazin gefragt, warum ich diesen Blog schreibe und da fiel mir plötzlich wieder alles ein. Ich schreibe jetzt die Geschichte MEINER Wut auf, denn es können gerne alle wissen. Aber eines sei klar gesagt: Das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Ich wurde schneller alleinerziehend als ich gucken konnte und dagegen war nichts zu machen. Damals fiel mir zum ersten Mal auf: Es war wohl auch noch nie so einfach, sich zu trennen – selbst wenn da Kinder sind – wie heute. Und noch nie kamen (meistens sind es die) Väter dabei so billig und so schnell weg, wie heute…

Still und heimlich wurden hier die Gesetze zum Nachteil der alleinerziehenden und (kommenden alleinerziehenden) Mütter verändert – und viele haben das noch nicht mal mitbekommen! Es passierte alles Schritt für Schritt: Erst kam das neue Scheidungsrecht, dann kam das neue Unterhaltsrecht, das neue Umgangsrecht, das neue Sorgerecht … „

weiter hier: https://mamiberlin.wordpress.com/2014/07/28/warum-noch-viel-zu-tun-ist/