Elternzeit – Dauer und Anerkennung

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Der Spiegel: Alina Bronsky – sich Hausfrau zu nennen hat etwas Revolutionäres

„SPIEGEL ONLINE: Der SPIEGEL fragte kürzlich auf seinem Titel, ob Väter die besseren Mütter seien. Sind sie das?

Bronsky: Dieser Wettkampf zwischen den Geschlechtern ist doch hochgradig albern. Ich möchte nicht in einer Partnerschaft leben, in der ich mitzählen muss, wer wie oft die Windeln wechselt. Natürlich sind Väter wichtig. Aber warum wird plötzlich geleugnet, dass ein Baby gerade am Anfang seines Lebens ein großes Bedürfnis nach Nähe zur Mutter hat? Während der Vater seine Bindung zum Kind erst aufbaut, führt die Mutter eine Beziehung fort, die schon vor der Geburt begonnen hat.

SPIEGEL ONLINE: Diesen Vorsprung an Urvertrauen könnte ein kuschelig veranlagter Papa nicht kompensieren?

Bronsky: Der Vater kann sich ja gerne neben Mutter und Baby kuscheln. Aber muss er seiner Frau das Kind entreißen, um seine Wichtigkeit zu demonstrieren? Schwangerschaft, Geburt und Stillen sorgen für eine kontinuierliche Innigkeit, die ein fürsorglicher Vater ergänzen, aber nicht ersetzen kann.
 

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SPIEGEL ONLINE: In den USA werden Frauen zwei Wochen nach der Geburt am Arbeitsplatz zurück erwartet. Hier in Deutschland gibt es 14 Wochen Mutterschutz, drei Jahre Elternzeit, das Ehegattensplitting, die kostenlose Mitversicherung in der Krankenkasse, Mütterrente, Elterngeld und eine Familienministerin, die sich für 24-Stunden-Kitas einsetzt. Sind das nicht paradiesische Zustände für Mütter?

Bronsky: Außer den Wirtschaftsbossen freut sich doch kein Mensch über 24-Stunden-Kitas. Wir behaupten auch gar nicht, dass Deutschland das kinderfeindlichste Land der Welt ist. Im Gegenteil: Viele Strukturen sind hier im internationalen Vergleich ansehnlich und schützenswert. Doch ausgerechnet sie gelten nun als rückständig und sind gefährdet.

SPIEGEL ONLINE: Für viele Feministinnen älterer Semester ist Ihr Buch ein Affront. Diese Frauen haben ihr Leben lang für Chancengerechtigkeit gekämpft und nun, da Frauen fast alle Türen offen stehen, wählen Sie freiwillig den Beruf der Mutter.

Bronsky: Das ist mein gutes Recht. Wer aus der eigenen Biografie Forderungen an nachfolgende Generationen ableitet, verhält sich erpresserisch. Nur weil Frauen früher unter männlicher Unterdrückung gelitten haben, soll ich jetzt das Wohl meiner Kinder aufs Spiel setzen? Einen Feminismus, der sich ausschließlich für die Rechte der arbeitenden Frau einsetzt, halte ich für frauenfeindlich.

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http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/alina-bronsky-sich-hausfrau-zu-nennen-hat-etwas-revolutionaeres-a-1081849.html

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