Man darf nichts pauschalisieren

Hm… also ich denke, dass man nichts pauschalisieren darf.

Ich selbst bin Scheidungskind und mein Vater ist für mich unheimlich wichtig.

Zum Glück hat sich bei uns die Frage nie gestellt, bei wem wir leben wollen oder müssen. Mein Vater war trotzdem immer teil der Familie und dafür bin ich vor allem meiner Mama heute mehr denn je dankbar. Aber auch, wenn die Bindung zum Papa gut war, trotzdem hatte ich Sehnsucht nach meiner Mama wenn es mir nicht gut ging und generell steht meine Mutter auch heute noch viel kompromissloser hinter mir, als mein Vater es je tun würde.

Sie ist halt mit Herz und Seele Mama. Und genau da liegt ja der Punkt. Nur eine mama hat diese natürliche Art der Verbindung zum eigenen Kind. Ab dem ersten Moment der Existenz. Mama und Kind müssen sich nicht kennenlernen. Die Mama kennt von Natur aus die Bedürfnisse des Kindes. Bei einem Vater muss die Verbindung erst wachsen. Dies beginnt wenn überhaupt 10 Monate später.

Viele meiner Freunde sind aus verschiedenen Gründen ohne Vater groß geworden und alle kommen mehr oder weniger damit klar. Ein paar meiner Freunde sind ohne Mutter aufgewachsen und die haben einen Knacks und leiden bis heute. Es ist eben viel schwieriger zu akzeptieren (ob bewusst oder unbewusst), dass diese natürliche Bindung zur Mama gekappt wird, als die unnatürlich herbeigeführte freiwillige Beziehung zum Vater.

Was ich damit sagen will ist, dass ein Kind die Mama braucht. Wenn der Vater dann auch noch eine psychische Störung hat, ist das natürlich noch der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Leider unterstützt das deutsche Familienrecht genau diese Väter mit allen Mitteln. Ganz, ganz traurige Geschichte.

Eine Mutter

P.S. Es ist wirklich schlimm. Manchmal Zweifel ich wirklich an der Menschheit. Da bekommt man als Mutter die Fähigkeit aberkannt, dass Beste für sein Kind zu erkennen.

Sicher gibt es auch Mütter, die den Paarkonflikt zu Lasten des Kindes austragen, aber das wird doch wohl viel zu sehr pauschalisiert.

Kollwitz Mutter

Isabell Longhorn: Seitdem ich denken kann

Seitdem ich denken kann.

In allen Geschichten, die ich zu meiner Familiengeschichte kenne, tritt immer wieder ein bestimmtes Thema auf…

Meine Oma, die zu Beginn des zweiten Weltkrieges unter Todesangst von einem amerikanischen Offizier vergewaltigt wird.
Sie wird schwanger.

Ein Mädchen! Sie gebärt ein gesundes Kind, das sie noch im Moment der Geburt von der Hebamme töten lässt. Angst! Wie soll sie das erklären, woher kommt das Kind. Eine ledige Frau mit einem Baby. Zur damaligen Zeit undenkbar.

Jahre später gebärt sie ein weiteres Mädchen. Sie heiratet wenige Jahre danach. Die Tochter wird nie adoptiert.

Das ewige Tabuthema des sexuellen Missbrauches, und der Tatsache, dass Frauen gesellschaftlich schlecht gestellt werden, wenn sie „Alleinerziehend“ sind.

Diese Schmach – natürlich sind die Mütter heute den gesellschaftlichen Themen mit einer anderen Ausrichtung konfrontiert. Das leidige Thema der Jobsuche.
Wer will denn schon eine Alleinerziehende, die alleine die Schließtage im Kindergarten, oder die Ferienzeiten in der Schule stemmen muss, und dann auch noch fürs Kind da sein möchte, wenn er oder sie mal wieder krank ist.

Die Tatsache, dass dieses Mädchen selber Kinder in einer bis heute bestehenden glücklichen Ehe gebar, und dass diese Frau meine Mutter ist.

Es zieht sich durch wie ein roter Faden, denn auch ich, die Verfasserin dieser Zeilen bin alleinerziehende Mutter.

Mutter eines sexuell missbrauchten Kindes.

Wer uns das angetan hat? Der leibliche Vater.

Ob das der Grund der Trennung war? Nein, das war bereits Vergangenheit.

Auch ich stelle mich heute den gesellschaftlichen Problemen, bewerkstellige alles alleine. Hätte ich meine eigene Mama nicht, die sich liebevoll um meine Tochter annimmt, dass ich meinen Job nicht verliere, dann…

Die schlaflosen Nächte, wenn mein Mädchen mal wieder krank ist, und ich nach einer schlaflosen Nacht am nächsten Tag frisch gestriegelt in die Arbeit gehe, kennen alle Alleinerziehenden. Mein Herz bei meiner Tochter, meine Seele die viel erleiden musste, wegen alledem was sich seit Generationen in meiner eigenen Reihe abgespielt hat und auch mir durch das Familiengericht angetan wurde.

Ich bin der Überzeugung, wenn die Mütter der heutigen Zeit sich offen diesen Themen stellen, und diese in die Welt hinaustragen, es irgendwo und irgendwann Menschen geben wird, die uns eine Stimme geben, und die mit uns Vollblutmamas an diesen Themen arbeiten werden.

UNSEREN KINDERN SOLL ES EINMAL BESSER GEHEN ! SIE SOLLEN ES LEICHTER HABEN!

Sie sollen es leichter haben, gesellschaftlich akzeptiert zu werden.

Dass es keine Tabuthemen mehr geben wird, und dass man die Arbeit dieser Mütter honorieren wird, und sie mehr Unterstützung bekommen werden, als es bis zum heutigen Tage ist.

Lieber Leser, hat dich meine Geschichte berührt? Dann lass mir einen Kommentar da…

Wenn ich merke, dass Interesse besteht – wer weiß, vielleicht hört ihr bald wieder von mir…

Isabell Longhorn

Grandma Jean 1977

Elfriede Hammerl: Zu enge Bindung II

„Wie mütterliche Fürsorge zunehmend pathologisiert wird.

Was bisher geschah: Zwei Volksschulkinder sagen, dass sie an den Besuchswochenden beim Vater sich selber überlassen seien. Der Vater sagt, das sei erstens nicht wahr, und zweitens überlasse er die Kinder sich selber, damit sie lernten, sich allein zu beschäftigen. Der Gerichtsgutachter sagt, die Kinder lügen, um der Mutter zu Willen zu sein, und außerdem sei es gut, wenn der Vater den Kindern Entwicklungsspielraum lasse, statt wie die Mutter ihre Freizeit zu strukturieren. Passt irgendwie nicht zusammen? Ist aber notwendig, wenn bewiesen werden soll, dass die Mutter, vordergründig harmlos, in Wirklichkeit ein Kontrollfreak ist, und der Vater, vordergründig emotional instabil und leicht erregbar, trotzdem einer, dessen Verhaltensweisen stärker in den Lebensalltag der Kinder einfließen müssen.“

weiter hier:

http://www.profil.at/meinung/elfriede-hammerl-zu-enge-bindung-ii-6182491

 

 

FAZ: Verhaltensforschung – Mütter können mehr

Verhaltensforschung Mütter können mehr

Kinderkriegen setzt ungeahnte Kräfte im Gehirn frei, das hat die Verhaltensforschung eindrucksvoll belegt. In der Debatte um die bereuenden Mütter braucht es weder Trost noch die fatale Selbstentwertung der Frauen.

28.04.2016, von Martina Lenzen-Schulte

weiter hier:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/verhaltensforschung-muetter-koennen-mehr-14202664.html

 

 

Kommentar einer Leserin zum Mütter-Interview

„Das Interview anzuhören war kaum möglich. 😦
Man kann uns Mütter mit einer Kuh vergleichen, denen wird das Kälbchen auch sehr bald nach der Geburt genommen. Dann wird die Kuh gemolken bis es nicht mehr geht und wenn nichts mehr zu holen ist, gehts auf die Schlachtbank (für uns Mütter ist das die Psychotherapie, weil man uns kaputt gespielt hat.)
Auch wenn der Vergleich manchen stören mag, ist es traurige Realität. Und wer schon einmal gesehen hat, wie eine Kuh um ihr Kalb kämpft und trauert, weiß, was ich meine.
Wenn in ein paar Jahren aus bewusst kaputt gemachten Kindern degenerierte Erwachsene werden, die ihr Leben Dank dieses desaströsen Familienrechts bei Psychologen, Psychiatern und mit Pillen verbringen, kommt hoffentlich endlich eine Wende.“

 

Bundesarchiv Bild 183-1985-0628-016, Stolpen, Kuh mit Kalb

Weihnachtsgedicht für mütterlose Kinder

Bald nun kommt der Weihnachtsmann,
auch wenn man ihn vielleicht nicht sehen kann,
leise kommt er in das Haus,
breitet dort Geschenke aus,
unterm liebevoll geschmückten Tannenbaum,
sich erfüllt so mancher heißersehnte Kindertraum.
Und die Familie, die singt leise,
manche alt bekannte Weise,
“ Ihr Kinderlein kommet“ und “ Stille Nacht „,
man ist glücklich, das Kind, das lacht.
Plätzchen duften und vier helle Kerzen brennen,
das kann man voneinander nicht trennen.
Leider jedoch teilen nicht alle dieses Glück,
viele Kinder sind bei ihren Vätern, dürfen nicht zurück,
manches erhält nicht einmal einen Gruß,
es auch an Weihnachten fern der Mutter bleiben muss.
Liebe Kinder, ihr seid nicht allein,
auch wenn es jetzt vielleicht hat den Anschein,
eure Mutter ist stets mit ihren Gedanken und ihrer Liebe da,
ganz so wie es früher einmal war.
Sie ist da, ganz so wie der Weihnachtsmann,
auch wenn man sie vielleicht nicht sehen kann.

Kristina Becker