Offener Brief der „Mütterinitiative – Mamas wehren sich“ an Frau Schwesig

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Mütterinitiative – Mamas wehren sich

Baaderstr. 30

80469 München

E-Mail: Muetterinitiative@Outlook.de

Web: www.netzwerk-muetterinitiativen.com

Persönlich

Bundesministerin für Familie

Senioren, Frauen und Jugend

Frau Manuela Schwesig

Glinkastraße 24

10117 Berlin

 

Sehr geehrte Frau Familienministerin Schwesig,

wir nehmen die Diskussionen auf Ihrer Facebookseite zum Anlass, um Ihnen eine grundsätzliche Stellungnahme der Mütterinitiative zur Familienrechtssituation zukommen zu lassen.

Bewusst entschieden wir uns für eine entsachlichte, aber nicht weniger beachtenswerte Form, auch wenn uns klar ist, dass dies die Gefahr birgt, evtl. nicht ernst genug genommen zu werden.

Wir gehen dieses Risiko ein.

Wir möchten EINEN von vielen möglichen Lösungsansätzen vorwegschicken, über weitere diskutieren wir genauso gerne, wie die unten aufgeführten potentiellen Ansprechpartner. Erste öffentliche Diskussionen dazu eröffnen wir aktuell bereits in unserer Sendezeit bei Deutschlandradio Kultur, weitere werden folgen.

Ein möglicher Lösungsansatz:

Schon vor Geburt des Kindes muss Müttern ein Einkommen zustehen, das mit einem BGE zu vergleichen wäre und zwar unabhängig davon, ob eine Partnerschaft besteht, um Mütter und Kinder aus der finanziellen Abhängigkeit vom Vater zu befreien, die nicht selten der erste Auslöser von Streit, Gewalt und Gerichtsverfahren ist. Nicht allein die Eltern sind für den Unterhalt aller Kinder einer Gesellschaft verantwortlich, sondern die GANZE Solidargemeinschaft incl. aller Kinderlosen, aller Unternehmen usw.… denn Kinder sind die wichtigste Investition in die Zukunft der ganzen Gesellschaft. Es ist also nicht nachvollziehbar, warum diese Gesellschaft erst dann die volle finanzielle Verantwortung trägt, wenn die Eltern dies nicht mehr leisten können?

Diese Kinder tragen später für ALLE in dieser Gesellschaft lebenden Menschen die finanzielle Last und nicht nur für ihre Eltern! Weg vom Unterhaltsmodell, denn ohne diese Unterhaltspflicht des Vaters werden sich die Hälfte aller Gerichtsverfahren erledigen und damit bei Familiengerichten große Kapazitäten frei, die es ermöglichen, jeden übrig gebliebenen strittigen Einzelfall viel genauer, gründlicher und damit gerechter zu betrachten, auch und insbesondere, wenn man wirklich das Wohl der Kinder im Fokus hat, die von der Schwangerschaft an, VOR allem anderen was im Leben auf sie zukommt, eine möglichst unbelastete, sorgenfreie und ausgeglichene Mutter benötigen. Dies ist in dem bestehenden System in den meisten Fällen mitnichten der reale Fall, defakto besteht für fast jede Mutter von Beginn an eine Abhängigkeit, Benachteiligung und somit ein schützenswerter Zustand, welcher aber immer mehr bagatellisiert und entwertet wird in unserer Gesellschaft. Starke und gesunde Folge-Generationen für eine bessere Gesellschaft entstehen so sicher nicht!

Sind Sie mutig genug und bereit, neue revolutionäre Maßstäbe zu setzen, Frau Schwesig?

Sie finden in diesem Schreiben keine Listen, keine §§, keine Statistiken, keine Studien, o.ä.

Warum?

All dies gibt es in nahezu erschlagender Vielfalt überall zur Genüge. Genauso wie Studien.

Die Belastungen und das Leid vieler Mütter und Kinder ist nicht nur eine Sache, es ist DIE Sache einer jeden Gesellschaft, die sich und ihre Zukunft verbessern möchte. Beachtet man in diesem Zusammenhang die Vorbildfunktion, die Deutschland eigentlich auch hierbei europaweit haben sollte, möchte man sich am liebsten fremdschämen.

Gewalt betrifft, entgegen vielen anderslautenden Behauptungen, auch nicht nur eine winzige Minderheit oder einige traurige, seltene Einzelfälle. Selten sind höchstens die Mütter, die sich aus nachvollziehbaren Gründen überhaupt noch trauen, damit an die Öffentlichkeit zu treten. Die meisten von ihnen leiden still, kämpfen als Einzelkämpferinnen gegen ein System, das sie im Stich lässt und ihnen nicht glaubt. Das Thema wird schon viel zu lange an zu vielen Stellen bis zur Unkenntlichkeit versachlicht! Daher appellieren wir nicht an Sie als Ministerin alleine, sondern explizit auch an Sie als Frau und Mutter, sich neben aller Sachlichkeit der dabei wichtigen Gefühls- und Intuitionsebene zu öffnen, übrigens eine der weiblichen Stärken, die unbedingt zumindest auf der familienpolitischen Ebene Einzug halten muss, denn das ist lange überfällig.

Sie beabsichtigen, eine neue Studie in Auftrag zu geben, um die Familienrechtssituation besser zu beleuchten? Laut unserer bisherigen Erfahrung wären viele Punkte zu berücksichtigen, die in den letzten Jahren entweder ignoriert, negiert und totgeschwiegen wurden oder aber, aufgrund der massiven medialen Präsenz und Lobbyarbeit von maskulistischen Väterrechtlern, schlicht eine gezielt manipulative Tatsachenverdrehung erfuhren. Es sei darauf hingewiesen, dass es deutschlandweit über 150 Väterrechtsvereine gibt, die größtenteils nicht nur sehr aggressiv ihre Rechte einfordern (immer unter dem Deckmantel des angeblichen Kindeswohles agierend, bzw. auf das Recht des Kindes auf beide Eltern verweisend), sondern auch sehr einflussreiche, finanzkräftige und teils prominente Unterstützer vorzuweisen haben, sowie ein wohlstrukturiertes, weitverzweigtes Netzwerk bis weit über Deutschlands Grenzen hinaus. Auch dieser Trend hat seinen Ursprung in den USA und weitet sich mittlerweile in die Nachbarländer Östereich und Schweiz aus.

Ganz im Gegensatz zu den Müttern, die für solche Zusammenschlüsse und Lobbyarbeit die letzten 25 Jahre kaum Ressourcen übrig hatten und die nun auf eine neue Weise unterdrückt werden, nur subtiler „verpackt“ dank gebetsmühlenartig medialer Väterrechtspropaganda, die dazu überging, dem Begriff Opfer eine neue Bedeutung zuzuordnen (benachteiligter, entsorgter Vater) und mit klar erkennbaren narzisstischen Argumentationsstrategien Opfer zu verhöhnen, indem sie das Familienrechtssystem und alle daran beteiligten Institutionen benutzen, um Müttern zu zeigen, dass sie sich nicht schützen können, sondern plötzlich selber als die Täter dastehen!

Wer sich auf den Plattformen bewegt (sowohl den zahlreicher werdenden Frauenselbsthilfeforen der letzten Zeit, als auch auf den seit langem bestehenden unzähligen Väterrechtsseiten), dem wird sehr schnell und sehr deutlich klar, um welche Sorte Männer es sich hier in großer Anzahl handelt und was deren tatsächliche Motivation und Taktik ist. Andreas Kemper hat dies in seinem Buch „Maskulisten“ genauso erkannt wie Psychologin, Soziologin und Autorin Anita Heiliger, wie auch die Studie der Bertelsmannstiftung, um nur drei Beispiele zu nennen für die berechtigte Kritik an der Väterrechtsbewegung und deren wahrer Ideologie, sowie einem Familienrechtssystem, das sich zum Helfershelfer derselben hat manipulieren lassen. Auch Norbert Blüm z.B. dämmerte dies bereits, wofür er scharf kritisiert wird.

Allein schon der immer wiederkehrende Hinweis der Väterrechtler auf die angeblich angestrebte ausgleichende familiäre Gleichberechtigung bezüglich der Kinder als Antwort auf die Emanzipation und berufliche Gleichberechtigung der Frauen, sollte eigentlich alarmierender Hinweis genug sein, worum es dem Großteil dieser Väter in Wahrheit geht: Die teils verlorene Macht wieder erlangen, jetzt eben auf dem Umweg über die Kinder, die bei vielen dieser Männer schlicht als letzte, aber wirkungsvollste Waffe dienen. Unnötig zu erwähnen, dass dies natürlich vehement abgestritten wird, ja sogar dahingehend verdreht wird, dass die meisten Mütter dies angeblich täten. Aus traurigen, zu verurteilenden Einzelfällen, wo Mütter zu Unrecht Väter beschuldigten, um Kontakte zu verhindern, wird bei Väterlobbyisten eine angeblich große Mehrzahl der Fälle gemacht. Auch der Slogan „Echte Väter zahlen keinen Unterhalt, sondern betreuen ihre Kinder stattdessen selber“ weist deutlich auf eine weitere tatsächliche Motivation der neuen Generation „gleichberechtigter Superpapa“ hin, die erst das gemeinsame Sorgerecht durchsetzte und nun auf die Umsetzung des Wechselmodells zusteuert und niemand scheint dies aufhalten zu können oder wollen.

Tausende Mütter, die von diesem Wahn betroffen sind, können nicht viel mehr tun, als ohnmächtig zusehen und sich immer weiter ins Abseits drängen zu lassen, während ihre Kinder zum politisch rechtlichen Spielball werden. Seit wann bedurfte ein Vater des Sorgerechtes, um intensiven Umgang zu seinem Kind durchzusetzen? Richtig. Noch nie. Umgang wurde nämlich schon vorher fast immer gewährt. Und wo hat Europa als übergeordnete Instanz mit einer einzigen Zeile gefordert, dass die Gerechtigkeit für Väter über ein gemeinsames Sorgerecht auch gegen den Willen der Mütter zu regeln sei? Richtig. Mit keiner einzigen Zeile. Gemeinsames Sorgerecht bei zerstrittenen Eltern ist nach wie vor nicht im Sinne des Kindeswohles, von einem Wechselmodell in solchen Fällen ganz zu schweigen. Die armen Kinder, an die irgendwie niemand wirklich zu denken scheint, was solche Regelungen für sie im Alltag bedeuten, jedenfalls nicht weniger Stress, sondern eher noch mehr.

 

Fakt ist:

Mittlerweile wurde der hart erkämpfte Gewaltschutz für Frauen und Kinder auf diesem perfiden Wege nahezu komplett ausgehebelt. Nur noch bei massivster, ganz offensichtlicher Gewalt haben Opfer eine Chance, sich zu schützen, selbst dabei immer seltener. Immer mehr Familienanwälte müssen ihren Mandantinnen bei Sorgerechtsstreitigkeiten leider dazu raten, Gewalt und/oder Verdacht des sex. Missbrauchs an Kindern und/oder der eigenen Person ja NICHT zu erwähnen, da sonst automatisch unterstellt wird, dies nur zu behaupten, um dem Vater das Kind zu verweigern. Obwohl bekannt ist, dass solche Opfer fast immer erst darüber reden, wenn der Peiniger aus dem Haus ist, wird Müttern dann unterstellt, angeblich nur Rache zu wollen, bindungsintolerant zu sein. Die Opfer werden ein ums andere Mal von den beteiligten Institutionen retraumatisiert. War es zuvor schon schwer, sich und die Kinder zu schützen, vor Gericht gar eine Verurteilung zu erreichen, die über einen erhobenen Zeigefinger hinaus geht, also die Vorwürfe zweifelsfrei zu beweisen, ist es mit der neuen, fast schon fanatischen Väterfreundlichkeit allerorten geradezu unmöglich geworden.

Selbst bei erwiesener Gewalt oder sex. Missbrauch ist dies immer häufiger kein Grund für Umgangsausschlüsse und die betroffenen Opfer werden gezwungen, gemeinsam mit ihrem Peiniger an Mediationen teilzunehmen, um die Umgänge des Vaters zu den Kindern durchzusetzen. Die nicht seltene Drohung eines Partnerschaftsgewalttäters (sei es auch „nur“ in psychischer, emotionaler, verbaler, finanzieller oder aber auch physischer Form) „Ich werde dir die Kinder weg nehmen und dich zerstören, wenn du es wagst, mich zu verlassen“ bekommt hier einen legalisierten Rückenwind durch unseren Staat und nimmt somit für die vielen betroffenen Mütter allzu reale Form an. Wie viele von Gewalt betroffene Mütter mitsamt Kindern deshalb nun lieber bei ihrem Peiniger verbleiben, weil sie um die Gesetzesänderung und deren Auswirkung wissen und um nicht ihre Kinder zu verlieren, kann bisher nur erahnt werden.

Wozu also überhaupt noch Gewaltschutz, liebe Frau Schwesig? Schaffen wir den doch ganz ab?    Er ist sowieso wirkungslos geworden, sobald gemeinsame Kinder vorhanden sind.

Väterrechte um JEDEN Preis, selbst bei Kindern, die dies ausdrücklich vehement verweigern, werden sie durchgesetzt. Diese Verweigerungshaltung der Kinder ist dann, wie sollte es auch anders sein, Ergebnis einer angeblichen Beeinflussung durch die Mutter, die, glaubt man den Väterrechtlern und der leider wachsenden Zahl ihrer offiziellen Helfershelfer, sogar die faszinierende, fast übermenschliche Gabe besitzt, schon Säuglinge und Kleinstkinder dergestalt zu manipulieren, dass diese bei zwangsweise durchgesetzten Umgangsanbahnungen schreiend und weinend reagieren, so dass ein schlauer Gutachter und/oder Richter dann zu dem Ergebnis kommt, dass schon die Kleinsten dann besser beim Vater aufgehoben sind, der dann seinerseits Umgangsboykott sogar ungestraft in einem Ausmaß betreiben darf, dass jede angeblich bindungsintolerante, umgangsvereitelnde Mutter nur vor Neid erblassen kann, die zuvor bei der kleinsten Andeutung, sie könne den Umgang zum Vater verhindern wollen, mit Geldstrafen und der Androhung von Sorgerechtsentzug vor Gericht bedroht wurde, denn wen interessieren schon echte Gründe oder gar der Wille des Kindes, wenn es um die Rechte eines besorgten Vaters geht?

Wenn DAS die von den Vätern angeblich geforderte Gleichberechtigung sein soll, dann muss der Begriff Gleichberechtigung unbedingt neu definiert werden und wir plädieren dafür, im Zuge dieser Gleichmachungswelle von Mutter und Vater, nicht nur Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht zu teilen, sondern jedem Vater eine kostenlose Geschlechtsumwandlung angedeihen zu lassen, die es ihm ermöglicht, auch bei Schwangerschaft, Geburt und Stillvorgang von Beginn an die gleiche Rolle wie die Mutter ausfüllen zu dürfen! Eine diesbezüglich voranzutreibende Forschung wird dies sicher dann schnellstens irgendwie ermöglichen, daß Männer schwanger werden, gebären und stillen können. Selbstverständlich fordern wir dann als Ausgleich dafür die 70% Frauenquote, sowie die Spitzengehälter. Deal?

Wir entschuldigen uns abschließend für die zynischen Passagen, aber bei der derzeitigen Realität vieler (!) Mütter und Kinder im Familienrecht kann diese Form des Umgangs mit dem Thema sich fast „erfrischend“ auswirken, wo ansonsten von fast allen daran Beteiligten fast ausschließlich mit trockenen Statistiken, Wissenschaft, Studien, Zahlen und Ähnlichem argumentiert wird. Ob diese dann allerdings wahrer und zutreffender sind, sei dahingestellt.

Gerne stehen wir für Rückfragen, weiterführende Informationen und Gespräche zur Verfügung

Ansprechpartner:

Mütterinitiative – Mamas wehren sich

E-Mail: Muetterinitiative@Outlook.de

Web: http://www.netzwerk-muetterinitiativen.com

Blog: https://muetterimfamiliengericht.wordpress.com

Mit freundlichen Grüßen

im Auftrag der „Mütterinitiative – Mamas wehren sich“

Mother_and_Child_by_kelliemarian

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