Papa, ich hätte Dich geliebt

Entmuttert

stop-1131142Aber du hast mich angelogen! Seit Jahren lebe ich mit Deinen Lügen über meine Mutter, über unserer Familie und über mich.

Ich vermisse meine Mutter!

Du hast mich manipuliert, bis ich alles geglaubt habe, was Du mir erzählt hast, immer wieder!

Ich habe Angst vor Dir!

Es fühlt sich nicht gut an, Angst vor seinem eigenen Vater zu haben.

Ein Vater soll seinem Kind Fürsorge, Liebe und Nähe geben, ein offenes Ohr für meine Probleme und Sorgen und Gefühle haben.

Aber die interessieren Dich nicht. Du denkst nur an Dich und Deinen Hass auf meine Mutter!

Aber für den Hass bist Du selbst verantwortlich und auch dafür, dass sie Dich oft gehasst hat. Das weiß ich!

Keiner sagt, dass ihr  hättet zusammen bleiben müssen . Aber in Wertschätzung und Respekt hättet ihr auseinander gehen können.

Die Art und Weise, wie Du uns Kinder viele wertvolle Jahre mit unserer Mutter genommen…

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Der kaukasische Kreidekreis oder Leben trotz modernen Familienrechts

Nach einem Staatsstreich gegen Mütter werden alle Kinder zwischen den getrennten Eltern zu gleichen Teilen aufgeteilt.

So auch diese Familie, in der Folgendes geschah:

Die Mutter zog wegen häuslicher Gewalt aus der gemeinsamen Famillienwohnung aus. Sie ließ aber ihren Sohn Michel nicht zurück, denn er war noch ein Säugling. Dies missfiel dem Vater von Michel sehr. Er war erbost, wie sie es nur wagen konnte auszuziehen. Ohne ihn ist sie schließlich ein Nichts ! Sie war offensichtlich zum Scheitern verurteilt ! Das Kind sollte schnellstmöglich zurück zu ihm, denn er hat ein Recht auf sein Kind ! Michel war aus Sicht des Vaters alt genug, um über längere Strecken ohne die Mutter zurecht zu kommen, und diese Stillerei war ihm eh schon immer ein Dorn im Auge.

Da es der Mutter nicht erlaubt ist mit ihrem Kind aus dem Umkreis des Vaters zu ziehen, musste sie in derselben Stadt verbleiben. Glücklicherweise konnte die Mutter mit Kind bei ihrem Bruder sicheren Unterschlupf finden. Als dem Vater die neue Adresse von Mutter und Kind bekannt war, ging er sofort zum Jugendamt und informierte sich über seine Rechte. Die Mitarbeiter des Jugendamts bestärkten den Vater vehement, auf sein Umgangsrecht mit dem Kind zu pochen, denn selbst ein gewalttätiger Vater kann schließlich ein guter Vater sein. Also suchte er Mutter und Kind immer wieder bei der neuen Adresse auf und versuchte mit Nachdruck Zutritt zu erhalten. Lautstark erhob er alleinigen Anspruch auf das von ihm gezeugte Kind: Das Kind sollte nach seinen Erziehungsmethoden aufgezogen werden ! Als das Jugendamt davon erfuhr, dass die Mutter das Kind vor dem Vater schützte und Dinge sagte wie „Ein Kind gehört von Natur her zur Mutter – ein Säugling noch mehr. Ich habe es geboren und zur Welt gebracht. Nichts ist der Mutterliebe gleich.“ attestierte das Amt ihr Bindungsintoleranz sowie eine symbiotische Beziehung zum Kind. Die Mutter-Kind-Bindung war ganz offensichtlich viel zu stark, es galt diese zu lösen.

Der Fall wird an das Familiengericht übergeben. Der zuständige Richter war naturgemäß kein Kinderpsychologe, ihm waren die Bedürfnisse eines Säuglings unbekannt oder wahlweise völlig egal. In dem zu verhandelnden Fall ordnete er an, dass der Beweis der Vaterschaft durch einen bestimmten dafür vorgesehenen Test zu erbringen war. Dazu wurde ein Kreis mit Kreide auf den Boden des Gerichts gezeichnet, der Säugling wurde sodann in die Mitte gelegt. Beide Eltern sollten nun gleichzeitig versuchen, das Kind zu sich aus dem Kreis herauszuziehen, denn es heiße „die wahre Mutter wird die Kraft haben, ihr Kind aus dem Kreis zu reißen“.

Herrisch riss der Vater sein Kind an sich. Dies löste bei der Mutter tiefstes Mitleid für ihr Kind aus – unendlich traurig ließ sie los – das wahrhaft Mütterliche liebt und strebt nach Heilung des Kindes, nicht nach Schmerz. Der Vater jedoch hatte das Kind nun in Besitz und ließ es nicht mehr los. So wurde nicht der leiblichen Kindesmutter das Kind zugesprochen, sondern dem Vater. Der Richter stellte fest, dass der Vater ein Anrecht auf seinem Sohn habe und die Mutter versuchte, dies zu verhindern. Aus diesem Grund musste die Mutter Kind laut Familiengericht mit der Konsequenz der Trennung vom Kind bestraft werden. Der Vater heiratete erneut und machte seine neue Frau zur Mutter. Der leiblichen Mutter verweigerte er jeglichen Kontakt zum Sohn.

Doch hieß es nicht „dass da gehören soll, was da ist, denen, die für es gut sind“ ?

poorbaby

Michael Winterhoff: „Die Kinder werden emotional missbraucht!“

INTERVIEW

Michael Winterhoff: „Die Kinder werden emotional missbraucht!“

Aus: Christ & Welt Ausgabe 07/2012 Der renommierte Kinderpsychiater und Bestsellerautor über Liebeswettkämpfe, Väterrechte und lange Waldspaziergänge.

Michael Winterhoff, geboren 1955, ist Kinder- und Jugendpsychiater in Bonn. Furore machte 2008 sein Buch „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“.

© Brigitte Friedrich/Sueddeutsche Zeitung Photo

Christ & Welt: Würden Sie um das Sorgerecht für Ihre Kinder kämpfen?

Michael Winterhoff: Als Vater war ich noch nie in der Situation, als Kinderpsychiater muss ich klar sagen: nein. Ich habe oft mit Kindern zu tun, bei denen die Besuchskontakte zum anderen Elternteil eher belastend als förderlich sind. Im Kampf ums Sorgerecht zeigt sich die Unfähigkeit der Eltern, ein Kind als Kind zu sehen. Sie sehen das Kind als Partner, sie kämpfen um seine Liebe und kompensieren eigene Defizite über das Kind. Das ist oft ein unbewusster Prozess, aber ein gefährlicher. Erwachsene sollten eigentlich in der Lage sein, sich nach einer Trennung darüber zu verständigen, wie die Besuchszeiten geregelt werden. Dann müsste erst gar kein Gericht in Anspruch genommen werden.

C & W: Aber Gerichte werden in Anspruch genommen, bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Winterhoff: Ja, leider. Das zeigt, dass die Erwachsenen oft die Trennung emotional nicht vollzogen haben. Sie sind verletzt und tragen ihr Leiden an das Kind heran. Man muss wissen: Bis zum 15. Lebensjahr verarbeiten Kinder Probleme schuldhaft, das heißt, sie sehen sich selbst als Ursache des Problems. Ein Erwachsener, der Kinder als Kinder sieht, teilt nicht mit dem Kind wie mit einem Partner alle Probleme, sondern überlegt zuerst, was das Kind braucht.

C & W: Braucht das Kind nicht Mutter und Vater?

Winterhoff: Das kann man nicht generell sagen. Ein Kind kann auch Ersatzväter haben, das kann ein Lehrer sein, ein Pfadfinderleiter oder wer auch immer. Wünschenswert wäre, dass ein Kind zu beiden Eltern Kontakt hat. Aber wenn die Eltern emotional nicht wirklich getrennt sind, kommen die Kinder in einen Loyalitätskonflikt. Ich hatte kürzlich einen Achtjährigen in der Praxis, der wusste bis ins Detail, dass die Unterhaltszahlungen des Vaters an die Mutter nicht stimmen. Dieses Wissen und die Abwertung des Vaters überfordern Kinder, aber vielen getrennten Paaren ist das nicht klar.  Schwierig wird es auch, wenn ein Elternteil zwar das Sorgerecht hat, aber seinem Erziehungsauftrag nicht nachkommt. Wenn das Kind zum Beispiel bei einem Elternteil sehr spät ins Bett gehen oder Filme gucken darf, die der andere verbietet, wird es völlig verwirrt. Kinder brauchen zuallererst ein stabiles Umfeld und verlässliche Maßstäbe. Zu oft erlebe ich, dass getrennte Paare regelrecht um die Liebe ihrer Kinder wetteifern.

C & W: Es gilt doch als gleichstellungsbewusste Errungenschaft, wenn das Kind vier Tage die Woche bei der Mutter und drei Tage beim Vater ist oder umgekehrt.

Winterhoff: Ich halte das für eine Katastrophe. Das ist ein unbewusster emotionaler Missbrauch des Kindes. Ich habe mit solchen Fällen zu tun und rate den Eltern, das umgehend zu ändern. Ich halte 14-tägliche Besuchskontakte für sinnvoll, aber es ist eine Illusion, dass die Erziehung paritätisch geleistet werden kann. Das Kind sollte bei dem Elternteil die meiste Zeit verbringen, der vor der Trennung den größten Teil der Erziehungsarbeit übernommen hat. Für die kindliche Psyche ist es wichtig, dass Abläufe gleich sind, dass Reaktionen gleich sind. Generell ist es wichtig, Alltägliches einzuüben. Wenn das Kind dauernd die Umgebung wechselt, wird es ständig rausgerissen. Noch schwieriger ist es, wenn Eltern neue Partner haben. Kinder sind nicht so flexibel, wie Erwachsene sie gern hätten.

C & W: Urteilen Sie nicht deshalb so skeptisch, weil Sie in Ihrem Beruf vor allem Kinder sehen, die unter solchen Sorgerechtsmodellen leiden?

Winterhoff: Nein, es ist keineswegs so, dass ich nur von einer verschwindend geringen Minderheit spreche. Aus dieser Gesellschaft gehen immer mehr psychisch auffällige Kinder hervor. Diese Gesellschaft ist dabei, die Kindheit abzuschaffen. Kinder werden mitgenommen auf Partys oder in die Oper, und sie sollen bitte schön jede Trennungsregelung locker mitmachen. Was ein Kind braucht, um emotional zu reifen, bleibt auf der Strecke. Wenn ein Kind als Partner wahrgenommen wird, nimmt man ihm jede Orientierung.

C & W: Das Kind soll also lieber den Trennungsschmerz von dem einen Elternteil aushalten, wenn ihm der andere eine verlässliche Orientierung gibt?

Winterhoff: Kinder können Katastrophen überleben, ohne traumatisiert zu werden. Ob sie seelische Schäden davontragen, hängt von den Bezugspersonen ab, die es auffangen. Wenn die Eltern eine Trennung innerlich vollzogen haben, ist das Kind entlastet und hat keinen Trennungsschmerz. Wenn die Eltern aber die Trennung nicht verkraften und zum Beispiel ein Elternteil dem anderen verwehrt, das Kind zu sehen, dann ist ein Gericht keine gute Instanz. Dann sollten die Eltern zu einer Mediation verpflichtet werden, damit man einen Weg findet, dass das Kind beide Elternteile erleben kann, ohne dass es die Probleme der beiden miterlebt.

C & W: Was ist eigentlich Kindeswohl?

Winterhoff: Damit wird oft an Gerichten argumentiert, aber ich bezweifle, dass dabei an die Kinder gedacht wird. Meistens geht es eher darum, die Eltern ruhigzustellen. Kindeswohl muss man entwicklungspsychologisch verstehen: Was brauchen Kinder in welchem Alter? Das ist ein sehr gut erforschtes Gebiet, aber das Wissen wird ignoriert. Ein Dreijähriger, den man jedes Wochenende aus seiner gewohnten Umgebung herausreißt, ist völlig überfordert.

C & W: Das klingt so, als sollte der Vater verschwinden und von seinen Kindern nichts mehr wissen wollen.

Winterhoff: Nein, so auch wiederum nicht. Aber ich habe schon Situationen erlebt, da hätte es den Kindern bessergetan, keinen Kontakt zum Vater zu haben.

C & W: Sagen Sie das den Eltern offen?

Winterhoff: Ja. Ich versuche, mit beiden Elternteilen zu sprechen. Es ist aber selten, dass beide kommen. Meist habe ich mit alleinerziehenden Müttern zu tun.

C & W: Halten Sie es nicht als Mann für ungerecht, dass die Kinder immer noch deutlich häufiger bei der Mutter leben?

Winterhoff: Nein. Es kommt darauf an, wer vorher die meiste Zeit mit dem Kind verbracht hat. Wenn das die Mutter ist, sollte das auch so bleiben. Kinder brauchen nun einmal Zeit und Zuwendung.

C & W: Sie schreiben Bestseller und halten Vorträge. Geändert haben Sie offenbar nicht viel…

Winterhoff: Ich glaube schon, dass ich vielen Eltern geholfen habe, aber gesellschaftlich läuft der Umgang mit Kindern in eine falsche Richtung. Das Elternhaus ist nur eine Komponente, in Kindergärten und Schulen grassiert der Beibringwahn. Kinder sollen sich mit drei alleine anziehen können und mit fünf Chinesisch sprechen. Wichtig wäre aber, dass Erzieher und Lehrer die Kinder begleiten, dass sie mit ihnen in Beziehung treten.

C & W: So spricht ein einsamer Mahner in der Wüste. Haben Sie Verbündete?

Winterhoff: Ein einsamer Mahner bin ich nicht, viele denken wie ich, aber sprechen es nicht aus. Meine Verbündeten müssten eigentlich die Lehrer sein. Die bekommen zu spüren, was es heißt, wenn Grundschulkinder die emotionale Reife von Dreijährigen haben. Weil Bildungspolitik so ideologisch betrieben wird, werden auch in der Schule Kinder als Partner behandelt. Grundschüler sollen sich ihr Arbeitspensum selbst einteilen, es werden Verhaltenskontrakte abgeschlossen, als habe man es mit Erwachsenen zu tun. Für Kinder, denen auch zu Hause jede Orientierung fehlt, ist das fatal.  Die Lehrer machen keinen Aufstand. Stattdessen wird Sprachkosmetik betrieben. Verhaltensauffällige Kinder heißen jetzt „verhaltensoriginell“. Dann werden aufwendige Statistiken geführt, ob die Kinder einen Scheidungs- oder Migrationshintergrund haben. Vor dem Grundproblem, dass die Kindheit abgeschafft wird, verschließen alle die Augen, über Parteigrenzen hinweg. Kinder, die wir Erwachsenen nicht begleiten, verkümmern emotional. Sie haben kein Unrechtsbewusstsein, keine Empathie, keinen gesunden Ehrgeiz. Sie werden unselbstständige, nicht beziehungsfähige Erwachsene.

C & W: …die wiederum unselbstständige, beziehungsunfähige Kinder heranziehen?

Winterhoff: Diesen Teufelskreis kann man durchbrechen. Die vergangenen 20 Jahre waren sehr gravierend für unsere Psyche. Wir sind permanent erreichbar, trennen nicht mehr zwischen Arbeit und Freizeit, dazu kommen ständige Krisennachrichten. Für unsere Psyche heißt das, sie schaltet auf Dauer-Katastrophenmodus. Wir ruhen nicht mehr in uns selbst. Wenn man diesen Mechanismus kennt, kann man den Schalter umlegen.

C & W: Wie?

Winterhoff: Ein sehr langer Waldspaziergang, fünf Stunden etwa, kann sehr viel bringen. Wenn man einfach vor sich hin geht, nichts besichtigt, nicht hetzt, dann passiert etwas Grandioses: Man ruht wieder in sich, gewinnt Gelassenheit und Distanz, auch zu Beziehungsproblemen. Man macht dann nicht mehr die Umstände verantwortlich, sondern kann selbst gegensteuern. Wenn ich aber permanent im Katastrophenmodus bin, verliere ich jede Lebensqualität. Dieser erste lange Spaziergang fordert Überwindung, doch danach sieht man die Welt anders, gewinnt seine Intuition zurück. Das betrifft auch den Umgang mit Kindern. Noch besser ist es, fünf Tage ins Kloster zu gehen. Danach ist man für ein Dreivierteljahr aus dem Katastrophenmodus raus.

C & W: Sie raten zu Wald und Kloster. Die katholische Kirche hält die Unauflöslichkeit der Ehe hoch, um verlässliche Bindungen zu schaffen. Hilft es Kindern, wenn die Eltern zusammenbleiben, obwohl die Ehe am Ende ist?

Winterhoff: Nein, ganz sicher nicht. Eine spannungsreiche Ehe ist für Kinder genauso belastend wie eine spannungsreiche Trennung. Allerdings habe ich den Eindruck, dass Paare heute sehr früh aufgeben. Manchen habe ich geraten, die Krise durchzustehen, aber die Erwartungen an Ehe sind andere geworden. Die Partnerschaft soll die vollkommene Erfüllung bringen, und wenn die nicht mehr gegeben ist, kriselt es. Natürlich ist für das Kind eine liebevolle Beziehung der Eltern zueinander das Beste. Das heißt aber nicht, dass jede Scheidung ein Trauma bedeutet. Wenn es den Eltern gelingt, trotz Trennung an die Bedürfnisse der Kinder zu denken, ist das auch gut. Unauflöslichkeit ist keine Lösung.

Das Gespräch führte Christiane Florin.

Von Michael Winterhoff erschien zuletzt „Lasst Kinder wieder Kinder sein! Oder: Die Rückkehr zur Intuition“ (Gütersloher Verlagshaus). Erschienen in: Ausgabe 07/2012

Redakteur: Christiane Florin (Redaktionsleiterin)

Gunnar Schupelius: Warum müssen Trennungskinder zwischen den Eltern pendeln?

Gefunden hier:

http://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/warum-muessen-trennungskinder-zwischen-den-eltern-pendeln

Wenn sich die Eltern trennen, während ihr Kind noch sehr klein ist, dann galt es früher als selbstverständlich, dass das Kind bei der Mutter blieb.

Heute ist das anders. Jetzt gilt eine Regel, nach der das Kind von den ersten Lebenstagen an mit beiden Eltern in Kontakt sein soll, auch wenn sie im Krieg miteinander sind.

Diese Regel wird von Jugendämtern und Familiengerichten gegen den Willen von Müttern und Vätern durchgesetzt. Denn auch ein erzwungener Umgang diene dem Kindeswohl, heißt es.

Ich habe mehrfach die Meinung vertreten, dass es dem kleinen Kind nur schaden kann, wenn es zwischen den Eltern hin- und hergerissen wird. Wütende Väter griffen mich für diese Haltung heftig an.

Dennoch bleibe ich dabei, dass das Umgangsrecht zum Missbrauch einlädt. Mir liegen die Aussagen der Mitarbeiterin eines Jugendamtes aus dem Berliner Raum schriftlich vor. Sie sollte als Umgangspflegerin dafür sorgen, dass ein 16 Monate alter Junge zum Vater geschafft werden konnte.

Der Vater, der die Mutter schon vor der Geburt des Kindes verließ, hatte den Umgang erstritten. Zweimal pro Woche durfte er das kleine Kind für drei Stunden zu sich holen. Das gestaltete sich schwierig, denn der Junge wollte nicht mitkommen. Das Amtsgericht stellte fest, dass er „extrem leidet, wenn die Eltern sich sehen“.

Daraufhin wurde der Mutter verboten, das Kind dem Vater selbst zu übergeben. Die Umgangspflegerin sollte sie ersetzen. Doch immer, wenn sie den Jungen in ihrem Auto anschnallen wollte, streckte der seinen Rücken durch und wehrte sich. Sie gab zu Protokoll, dass der Junge „offensichtlich ein Problem“ damit habe, „sich von der Mutter zu trennen“ und dass er dabei „stark weint“.

Also wurde der Mutter doch wieder erlaubt, das Kind dem Vater selbst zu überreichen. Dazu musste sie unter der Aufsicht der Umgangspflegerin vor ihr Haus treten. Immer eskalierte nun die Lage, wenn der Vater erschien, den Jungen an sich riss und ihn in seinen Wagen steckte. Als „abrupte Entfernung des schreienden Kindes“ beschrieb die Umgangspflegerin diese Szenen. Sie urteilte abschließend: „Die Situation war offensichtlich nicht dem Wohl des Kindes entsprechend.“

Das Gericht entschied schließlich, dass der kleine Junge den Vater vorerst nicht mehr sehen und bei der Mutter bleiben sollte. Die Doktrin wurde einfach ausgesetzt, nach der die Kinder zwischen den Eltern zwangsweise pendeln müssen. Die Praxis hatte dem Wohl des Kindes eben nicht entsprochen.

Wie ich höre, sind nicht alle Umgangspfleger und Gerichte so einsichtig wie in diesem Fall. Oft werden die kleinen Kinder den Müttern entrissen, auch wenn jeder sieht, dass sie darunter leiden. Der Schaden, den ihre Seelen nehmen, findet keinerlei Beachtung. Warum kann man die armen Trennungskinder nicht wenigstens die ersten zwei Jahre ihres Lebens ganz in Ruhe lassen?“

Das ist das wirkliche Leben unserer Zwangsumgangs-Kinder

Kommentar einer Mutter auf GoFeminin:

http://forum.gofeminin.de/forum/f274/__f588_f274-Gegen-Umgangsrecht.html#10438

„….
Als ich schwanger war, hat er mich mit massivem Druck und Drohungen zum Abbruch zwingen wollen. Dann hat er mich verlassen. Anschließend war er mal da, mal nicht. Insgesamt selten. In der Zeit konnte ich beobachten, wie alle seine Lügen sich aufklärten. Seine Krankheit kam immer mehr zum vorschein.

Ich habe mein Baby immer geliebt. Es war mir egal, ob er es nicht wollte, ob er krank war, wie falsch sein Benehmen war. Da war mein Baby in meinem Bauch, ein Wunder das in mir wuchs, und ich liebte es so tief und innig wie Mütter lieben. Ich übernahm alleine die volle Verantwortung. Ich habe alles alleine gemacht! Wir haben nie Hilfe oder Unterhalt bekommen.
Manchmal wollte er angeblich unser Kind sehen, unter der Bedingung bei mir schlafen zu dürfen. Wenn er mal kam, aß er was er wollte, benutzte die Dusche wann er wollte, er nahm alle Medikamente die finden konnte und setzte sich so oft und lange er wollte an meinen PC… Ich brach das nach ein paar Versuchen ab. Dann wollte er nicht mehr kommen.

Als unser Kind zwei war lernte ich meinen Mann kennen. Der Erzeuger wollte plötzlich doch das Kind wieder sehen. Wir gingen zu Beratungsgesprächen. Dort gestand er, er wolle die Beziehung retten, zu mir.

Mein Mann liebte das Kind schnell wie ich und bot ihm erstmals in seinem Leben eine Vaterfigur. Baden, ins Bett bringen, Spatziergänge, Spiele, Essen machen… Nach einem Jahr begann das Kind Pappa zu ihm zu sagen. Es war immer eine starke liebevolle innige Beziehung.

Und mein Mann befürwortete den Umgang. Er half aktiv mit. Wir fanden also eine Lösung, bei der der Erzeuger das Kind abholte und wieder brachte. Nach ein paar Besuchen wurde das Kind auffällig. Hat viel geweint und wurde aggressiv. Dann wollte es irgendwann nicht mehr hin… “ der sei böse… das sei nicht sein Freund… Er habe geweint…“ Als ich mit dem Erzeuger sprechen wollte, meinte er, ich hätte Probleme… nichts wäre WAHR. Ich habe es Monatelang probiert. Aber er war nicht bereit mit mir zu sprechen.

Dann war er zwei Jahre lang weg.

Irgendwann bekamen wir ein Schreiben vom Anwalt, er wolle das Sorgerecht und Umgang…
Als wir wieder versuchten mit ihm zu sprechen, sagte er, er wolle schöne Zeit mir mir und dem Kind verbringen, er würde nun Teil unserer Familie werden… und er bekäme nun alles was er wolle, weil die Gesetze sich geändert hätten.

Im gesamten prozess der sich dann entspann, wurde so getan, als sei er eine Heilige Kuh. Egal wie krank und seltsam er sich benahm, es machte nichts. In den Gutachten stand viel besorgniserregendes, aber zum Schluss stand, er sei zur Zeit in einer stabilen Phase…

Der Erzeuger hat unsere Familie in den letzten Jahren bedroht und schikaniert, Lügen über uns erzählt, uns verleumdned und versucht sich an mich ran zu machen. Wir haben auch Strafanzeige erstattet. Wurde abgelehnt, “ wir seien ja in einen Familienprozess eingewickelt, da käme das vor…“ Der Anwalt der uns helfen sollte gegen dieses Verhalten vor zu gehen hat ein Jahr lang nichts zu stande gebracht. Die Familienanwältin sagte, wir sollen doch alle zum Psychologen wenn es uns zu viel sei.
Das Jugendamt hat uns ingoriert und ausgelacht…

Es geht doch nur ums Kind. ES GEHT DOCH NUR UMS KIND!…. NUR das Kind existiert nicht. Das ist ein fundamentaler Denkfehler! Unsere Kinder sind Teil von Familiensystemen! Die leben nicht irgendwo autonom alleine. Veränderungen für die Kinder sind veränderungen für alle!!!!!

Nun ist der Prozess vorbei. Der Kontakt läuft unbetreut. Das Kind beginnt sich seltsam zu benehmen. Nicht viel, nur etwas.
Am schlimmsten ist, dass der Erzeuger nun laufend E-Mails schreibt, seitenlang. Vielmals wirres Zeug, dass einfach keinen Sinn macht. Vielleicht liegt das an seiner Medikation. Ich weiß es nicht. Es gibt viele Drohungen, er ginge wieder zu Gericht… Ich würde vom Jugendamt hören… dann wieder, es seien tolle Kontakte und es sei schön mich zu sehen,… Er versucht mir zu befehlen… er sagt dem Kind der Papa, mein Mann, hätte nichts wirklich mit ihm zu tun…

Und niemand hört zu. Niemand hilft. Wir waren ein starker gesunder Familienverbund. Wir haben noch mehr Kinder bekommen. Wir waren alle einfach im Einklang.

Und nun müssen wir uns andauernd einen Kopf machen um diesen Geisteskranken. Und was er dem Kind erzählt… Was er mit ihm macht. Ob er wieder nach Hause kommt.

Es ist nicht richtig. Familien sollten geschützt werden.“

Fritz Flebbe Mutter und Kind

Fritz Flebbe [Public domain], via Wikimedia Commons

Stoppt Zwangsumgang !

gefunden hier bei MÜTTERBLITZ:

http://www.muetterblitz.de/Gerichtskrimi/zwangsumgang.masp

„Stimmen für den Zwangsumgangs-Stopp

Vor zwei Jahren, im November 2009, berichteten wir über Mängel in Familienrechtsgutachten. Am 26. Oktober 2011 brachte das ZDF in der Sendereihe „Zoom“ ebenfalls einen Beitrag über die nach wie vor für Familien und besonders die Kinder nachteiligen Auswirkungen von mangelhaften Gutachten. Wir haben das Thema mit einigen interessanten Informationen ergänzt.  
 
Laut Expertenmeinung (darunter Prof. Werner Leitner von der Uni Köln) entsprechen viele Gutachten nicht den Standards des Berufsverbandes Deutscher Psychologen e.V. und basieren auf keinen „aussagegültigen Beobachtungsmethoden“.
 
Dennoch werden diese Gutachten von Gerichten in strittigen Sorge- und Umgangsrechtsverfahren nach wie vor eingeholt. Dabei gilt als Gutachter, wer vom Gericht bestellt ist.
 
Die Qualifikation der „Sachverständigen“ (darunter gibt es beispielsweise auch einen ehemaligen Kunststoffschlosser) ist zweifelhaft. Der rechtlich nicht geschützte Titel „Fachpsychologe für Rechtspsychologie“ täuscht vor, der betreffende Gutachter verfüge über eine Ausbildung wie ein Facharzt.
 
Das ZDF berichtete auch von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Linz gegen einen Gutachter. Anzeige erstatteten zwei Betroffene, deren Gutachten identisch sind. Inzwischen fand man dort offenbar 15 Gutachten, in denen identische Textbausteine verwendet wurden.
 
Undurchsichtig sind häufig auch die Gutachten-Kosten, auf denen die betroffenen Familien meist sitzen bleiben. Uns wurden inzwischen Rechnungen von über 15.000 Euro für solche „Sachverständigengutachten“ bekannt.
 
Was für die einen ein einträgliches Geschäft ist, wird zur Existenzbedrohung für die anderen. In dem ZDF-Report sahen wir einen kleinen Jungen im Kindergartenalter, der unter starken Trennungsängsten von seiner Mutter und seinem Zuhause litt. Ein Gutachter war zu dem Schluss gelangt, die Mutter übertrage ihre Ängste auf das Kind.
 
So beschloss das Gericht, das Kind müsse regelmäßig Umgang mit dem Vater haben, was für den Kleinen bedeutete, fort von seiner Mama und seinem Zuhause. Die Filmausschnitte ließen darauf schließen, dass der Vater am Ende wohl selbst einsah, dass es besser war, Rücksicht auf seinen Sohn zu nehmen.  
 
In diesem Zusammenhang ist die in zehn Sprachen übersetzte, anerkannte empirische Untersuchung von Judith S. Wallerstein von Bedeutung. Die amerikanische Scheidungsforscherin schreibt: „Die Kinder, die durch das System zur Stummheit verurteilt wurden, verkünden uns nun ihr Urteil. (…)
 
Als Kinder aus der Studie im Erwachsenenalter erfuhren, dass Richter, Anwälte, Mediatoren und andere viel Zeit verbracht hatten, um ihr Wohl, ihre Wünsche und Interessen möglichst gut zu berücksichtigen, waren sie alle zutiefst erstaunt.
 
Besonders intensive Wut gegenüber ihren Vätern, die bis ins Erwachsenenalter anhielt, verspürten diejenigen Kinder (…), die durch Gerichtsauflagen gezwungen waren, strikte Besuchsregelungen einzuhalten. (…)
 
Fiona, die per Flugzeug zu den vom Gericht verordneten Besuchen flog, sagte als 28jährige: „Als ich ein kleines Mädchen war, hatte ich das Gefühl, ich sei wie eine Abfalltüte, die verschifft wurde (…)
 
Gezwungen, jedes zweite Wochenende bei ihrem Vater zu verbringen, beklagte sich eine Vierzehnjährige bitterlich über ihr unnormales Leben. Sie wurde während ihrer Schuljahre aus allen lustvollen Aktivitäten herausgerissen und bat deshalb um einen flexibleren Besuchsplan, den ihr Vater jedoch unter Berufung auf das ihm gerichtlich zugesprochene Recht verweigerte. Daraufhin erklärte sie: „Mein Vater hat mich nie geliebt. Menschen, die andere lieben, respektieren diese auch …“
 
Judith Wallersteins Frage ist leider immer noch so aktuell wie vor zehn Jahren: „Wie viele von uns glauben wirklich, dass die Tausende von Kindern, die quer durchs ganze Land zum Wohnort eines ihrer Eltern fliegen und teilweise jünger als vier Jahre sind, mit den getroffenen Abmachungen zufrieden sind?“  
 
Kürzlich meldete sich ein junger Mann bei der Soziologin Dr. Anita Heiliger, die seit vielen Jahren auf diese Mißstände hinweist. Als Kind musste er gerichtlich angeordnete Zwangsumgänge mit einem Vater durchführen, der gewalttätig gegen Mutter und Kinder war. Immer noch wütend darüber, sucht er jetzt Betroffene, die Ähnliches erlebt haben, und möchte sich an die Öffentlichkeit wenden.
 
Wir möchten seinen Kontaktwunsch gerne mit verbreiten. Kontakt über anitaheiliger@web.de
 
Zitate aus der Studie „Langzeitwirkungen der elterlichen Ehescheidung auf Kinder“ von Judith S. Wallerstein aus Christa Mulack: „Der Mutterschaftsbetrug“, Kapitel 4, S. 223 ff. (Web-Site-Verlag)
 
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Otto Müller: Mutter und Kind